Ein gewissen Sehnen

Mozarts Briefe an seine Frau, kommentiert von silke Leopold

Opernwelt - Logo

Mozarts Briefe – man glaubt sie zu kennen, und kennt sie doch nicht. Oft wurden die «Häsle Bäsle» Briefe zitiert oder die verzweifelten Versuche des Sohnes, den Vorwürfen seines Vaters zu begegnen. Immer wieder sind sie Stoff für innovative Theaterprojekte, daneben auch Forschungs­gegenstand der Musikwissenschaft, die aus Mozarts Äußerungen zu musikalischen Fragen Rückschlüsse zur Auffüh­rungspraxis und Ästhetik der Musik seiner Zeit zu ziehen versucht.


Der Bärenreiter-Verlag hat jetzt ein kleines, bibliophiles Bändchen mit Mozarts Briefen an seine Frau Constanze veröffentlicht. Herausgeberin ist die Musikwissenschaftlerin Silke Leopold, die in Vorwort und Kommentaren überkommene, gleichwohl hartnäckig sich haltende Urteile über das «größte Genie der bekannten Menschheitsgeschichte» und seiner «bestürzend banalen» Ehefrau (so der Mozart-Biograf Hildesheimer) hinterfragt.  
Dabei kristallisiert sich heraus, dass in den knapp zehn Ehejahren aus der anfänglich eher unleidenschaftlichen Beziehung zur schwarzäugigen Schwester der vormals heftig umworbenen Aloysia Weber eine innige, vertraute Nähe wird, die nur jenseits von Standesdünkel und Vorteilsdenken gedeihen konnte. In diesen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juni 2005
Rubrik: magazin, Seite 21
von Anja-Rosa Thöming

Vergriffen
Weitere Beiträge
Mehr als drei Schwestern

Seit vielen Jahren begegnen sich in Salzburg zur Festspielzeit Musik-, Literatur- und Theaterwissenschaftler, um sich in einem Symposion, das seit drei Jahren offizieller Teil des Sommerprogramms ist, über ein Thema zu unterhalten, das seine Wurzeln im Programm der Festspiele hat. Viele faszinierende Tagungsbände des Verlags Müller-Speiser belegen Reichtum und...

Randglossen eines Musikers

Stockhausen ist einer der großen Pioniere der elektronischen Musik. Seine Platten werden in England unter der Sparte Pop verkauft, und so manche berühmte Band hat sich besondere Effekte beim großen Meister abge­lauscht. Wer Pink Floyd oder The Mothers of Invention liebt, wird sich auch in den Klängen von Stockhausen zurechtfinden. Für mich war die Begegnung mit...

Lockruf aus Las Vegas

Was deutsch und echt, scheint manchem Engländer noch immer verdächtig. Vor allem die «Tabloids», die Boulevardzeitungen, lassen kaum eine Gelegenheit aus, den Teutonen verbal eins aufs Haupt zu geben, sei’s beim Fußball, sei’s gar beim bayerischen Papst. Die respektlos-flapsige Headline der «Sun», «From Hitler youth to Papa Ratzi», hat in Deutschland böses Blut...