Editorial September/Oktober

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Das ist doch was. Da steht man mitten in Richard Wagners großem Salon, es riecht nach Holz und Mauerwerk, der Putz ist ab, der Stuck löchrig und der Boden bedeckt mit Staub und Plastikplanen. Von dort schaut man auf Vitrinen und Videoanimationen: lauter realisierte und nicht realisierte Luftschlösser. «Götterdämmerung» heißt die Ausstellung in der Villa Wahnfried. Sie ist dem Bayernkönig Ludwig II. gewidmet und eigentlich nur eine verkleinerte Wanderversion der schon zwei Jahre alten Landesschau. Aber hier, auf Bayreuths prominentester Baustelle, passt sie wie die Faust aufs Auge.

Der Raum an sich schon ist eine Metapher für die ewige Spannung zwischen Traum und Wirklichkeit. So werden wir ihn nie mehr erleben (noch bis 22. September). Immerhin: Es tut sich was. 2015 soll Wagners Wähnen hier wieder Frieden finden. Das wäre dann zwölf Jahre nach den ersten konkreten Überlegungen zur Neukonzeption. Soeben hat die Grundsteinlegung für einen Neubau innerhalb des Museumskomplexes stattgefunden. 16 bis 17 Millionen Euro sollen die Baumaßnahmen kosten – eine Mischfinanzierung, an der sich, das steht noch gar nicht lange fest, Bund und Land mit zwei Dritteln beteiligen. Hoffentlich reicht ...

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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Stephan Mösch & Albrecht Thiemann

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