«Die Schonfrist ist vorbei»

Valer Sabadus entdeckte eher zufällig die Schönheit seiner Stimme. Inzwischen hat er es auf dem Counter-Markt nach ganz oben geschafftEr stammt aus dem rumänischen Banat, die Großeltern sprachen ungarisch, die Mutter deutsch. Als Jugendlicher kam Valer Sabadus nach Bayern und entdeckte eher zufällig die Schönheit seiner hohen Naturstimme. Inzwischen hat er es auf dem Counter-Markt nach ganz oben geschafft. Ein Gespräch über Rollenwechsel, Klangideale, gefährliche Lockungen und die Entwicklung des Falsettgesangs

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Herr Sabadus, wo ist der erste Teil Ihres ursprüng­lichen Namens Barna-Sabadus geblieben?
Weg ist er. Das Label hat es so gewollt. Die Agentur auch. Barna – so heißt mein Vater, der unter diesem Namen adoptiert worden war. Ich denke: besser der Name kastriert als die Stimme.

Keine Sorge, Ihre Stimme klingt ganz und gar nicht kastriert. Obwohl es heute immer mehr gute Countertenöre gibt, haben Sie praktisch mit ­Ihrem ersten Erscheinen für Aufsehen gesorgt. Hatten Sie das erwartet?
Nein, es war eine Koinzidenz günstiger Faktoren.

Mit Pergolesis «Stabat mater» hatte ich mich vielleicht günstig eingeführt – für ein Fachpublikum. Aus meiner Mitwirkung bei der Aufnahme von Hasses «Didone abbandonata» unter Michael Hofstetter ergab sich die Chance, ein Solo-Recital mit Arien dieses Komponisten zu machen. Daraufhin sah meine PR-Managerin eine Möglichkeit, mich stärker zu vermarkten. Und dann kam das «Artaserse»-Projekt mit Philippe Jaroussky und Max Emanuel Cencic. Eine Kette schöner Zufälle, die sich für mich ausgezahlt haben.

Singen Sie anders, je nachdem ob Sie einen Mann singen müssen oder eine Frau – wie zum Beispiel Semira in «Artaserse» von Leonardo Vinci?

Ich kann in einer Frauenrolle ...

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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Interview, Seite 52
von Kai Luehrs-Kaiser

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