Editorial November 2021
«Alles muss sich ändern, damit alles bleibt, wie es ist», wusste schon Guiseppe Lampedusa in seinem Roman «Der Leopard». Der Theaterverlag – Friedrich Berlin hat seit ein paar Wochen einen neuen Eigentümer, den Deutschen Fachverlag in Frankfurt und mich, Torsten Kutschke, als geschäftsführenden Gesellschafter. Die ersten Begegnungen waren aufregend und vielversprechend, sie waren keine Komödie und vor allem keine Tragödie. Und schon gar keine Oper – bei der am Ende alle sterben.
Michael Merschmeier als bisheriger Verleger hat uns aus verschiedenen Interessenten ausgewählt, um den Theaterverlag und damit die Zeitschriften «Theater heute», «Opernwelt», «tanz» und die «Bühnentechnische Rundschau» weiter in eine sichere Zukunft zu führen. Darauf sind wir stolz.
Haben wir am meisten Geld geboten? Nein! Haben wir einen 100 Tage-Plan mit 1000 Veränderungen präsentiert? Auch nicht! Aber was haben wir dann? Nach Einschätzung von Herrn Merschmeier haben wir eine Mischung «aus Seriosität und Enthusiasmus» an den Tag gelegt. Die wohl überzeugend gewesen sein muss.
So bringe ich es als neuer Verleger – ich weiß, große Schuhe, aber sie tragen sich von Tag zu Tag besser – in ...
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Opernwelt November 2021
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Torsten Kutschke
Die am 22. Februar 1943 zusammen mit ihrem Bruder Hans und dessen Freund Christoph Probst hingerichtete Sophie Scholl leuchtet als Ikone des Widerstands gegen Hitler. Die Erinnerung an sie und die Widerstandsgruppe «Die Weiße Rose» ist nicht verblasst. Im Gegenteil, ihr aufrechter Gang lebt weiter – selbst wenn er heute in pervertierter Weise von der...
Die große Griechenoper zur Befreiung der Hellenen von ottomanischer Herrschaft muss noch geschrieben werden. Aber vielleicht wäre ein solches Vorhaben ohnehin keine gute Idee: Die hierbei allfällige Schwarzweiß-Zeichnung böser Türken und guter Griechen als bluttriefendes Schlachtengemälde würde, zumindest in Europa, im Zeichen der in diesem Jahr Geburtstag...
Ein Mann schlurft im graublauen Arbeitskittel auf die Bühne und stutzt angesichts des offenbar unerwarteten Publikums. Die Szene kennt man so ähnlich aus dem Theaterkabarettstück «Die Sternstunde des Josef Bieder», bei dem ein Requisiteur ungewollt zum Entertainer wird. Aber im Programmheft steht ausdrücklich: «Wenig Text in deutscher und englischer Sprache.» Und...
