Überfordert
Als Giuditta Pasta 1850 in London ihre letzten Konzerte sang, war ihre Stimme, wie Henry Fothergill Chorley in seinen Erinnerungen berichtet, «in a state of utter ruin». Voller Trauer sagte Pauline Viardot: «Es ist wie das letzte Abendmahl von Leonardo da Vinci – ein Wrack von einem Bild, aber dieses Bild ist das größte Gemälde der Welt.» In Erinnerung an eine Sängerin vom Typus der Pasta ist dem ersten Solo-Recital von Béatrice Uria-Monzon der Titel «Assoluta» verliehen worden.
Damit und mit elf Arien aus Opern von Bellini, Verdi, Puccini und Komponisten der nuova scuola meldet die französische Mezzosopranistin, vor und nach der Jahrhundertwende als Carmen bekannt geworden, einen fachübergreifenden Anspruch an.
Es ist dies ein Anspruch, der wohl aus großem Ehrgeiz, aus dem Vertrauen auf die eigenen künstlerischen Ideen heraus geboren wurde, jedoch ohne die richtige Einschätzung der (verbliebenen) Mittel. Dass für die Aufnahme zwischen Juni 2019 (Teatro Verdi di Trieste) und Oktober 2019 (Paris) viel Zeit verwendet wurde, erlaubt die Vermutung, dass das «Endprodukt» aus vielen Takes montiert werden musste. Die Vorstellung der Sängerin, wie die endlose Melodie von «Casta Diva» zu ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt November 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Jürgen Kesting
Die am 22. Februar 1943 zusammen mit ihrem Bruder Hans und dessen Freund Christoph Probst hingerichtete Sophie Scholl leuchtet als Ikone des Widerstands gegen Hitler. Die Erinnerung an sie und die Widerstandsgruppe «Die Weiße Rose» ist nicht verblasst. Im Gegenteil, ihr aufrechter Gang lebt weiter – selbst wenn er heute in pervertierter Weise von der...
Der Anfang ist witzig. Aus einem Bühnenloch klettern Fatty und Dreieinigkeitsmoses heraus auf die schwarz glänzende, leere Fläche, doch nicht als gewöhnliche Ganoven. Jens Larsen trägt den Talar eines salbadernden protestantischen Pfarrers, Ivan Turšić gibt, sehr pointiert, einen jüdischen Rabbi. In den Händen halten sie ihre Gebetsbücher, aber nicht allzu fest....
Der Stall ist dreigeteilt: An den beiden Enden stehen die gemauerten Boxen für die Schweine, in der Mitte hingegen findet das Rindvieh ausreichend Platz und Futtertröge. Tagsüber weidet es auf den grünsaftigen Wiesen, die sich über jene sanft-hügelige Landschaft auf der südschwedischen Bjäre-Halbinsel erstrecken, der die Touristiker des 21. Jahrhunderts den...
