Editorial
Kein deutscher Komponist des 20. Jahrhunderts ist in den Konzertsälen und Opernhäusern so präsent wie Richard Strauss. Vom «Don Juan» bis zur «Alpensinfonie», von «Salome» bis zu «Capriccio» – die Popularität seines Œuvres ist ungebrochen. Selbst die frühen Arbeiten für die Bühne, «Guntram» und «Feuersnot», werden gelegentlich aufgeführt, ebenso die musiktheatralischen Spätblüten des «griechischen Germanen», «Daphne» oder «Die Liebe der Danae». Zumal in Dresden, wo neun seiner fünfzehn Opern aus der Taufe gehoben wurden, oder in seiner Geburtsstadt München.
Dass der kleine Richard Georg, der am 11. Juni 1864 dort zur Welt kam, eines Tages etwas mit Musik zu tun haben könnte, lag in der Luft: Der Vater war Erster Hornist an der Münchner Hofoper. Nicht abzusehen war das Wunderkind, das im Alter von sechs Jahren erste Kompositionen fabrizierte und mit neun eine selbst verfasste Polka dirigierte. Niemand konnte von Beginn an ahnen, dass da eine Künstlerpersönlichkeit heranwuchs – im 19. Jahrhundert beheimatet, der Moderne zugewandt –, an deren Widersprüchen wir uns bis heute abarbeiten. Ein geschäftstüchtiger Egozentriker, der mit dem Teufel paktierte, wenn es dem eigenen Wohl und ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Wiebke Roloff & Albrecht Thiemann
Der neue «Titus» von Nancy (in Kooperation mit der Opera North, Leeds) ist vor allem ein musikalisches Ereignis. «Tout Paris» war angereist, um nach der queeren Sechs-Männer-Legende «Artaserse» am selben Ort Franco Fagiolis Sesto-Debüt zu erleben (Idamante folgt im November in London). Und der neue Superstar am Counter-Himmel enttäuschte nicht. Gleich die ersten...
Es war eine schöne, aufregende Zeit: Ich gehörte nun richtig zu einem andauernd Musik produzierenden Betrieb, konnte Opernproben und -aufführungen besuchen, so viel ich wollte. In der Kantine unterhielt ich mich mit Orchestermusikern und ließ mich über Ventile, Griffe, Bogen- und Atemtechniken belehren, dankbar für jeden Rat, jede neue Lektion.» 1950 wurde der...
Es gebe keine Erfolgsgarantie, die könne es, solle es nicht geben. «Sicher ist nur das Risiko», sagte Kaspar Holten, Artistic Director des Royal Opera House, als er Anfang 2013 vorstellte, was Covent Garden in Sachen neuer Oper plante: Erstaufführungen wichtiger Werke, Auftragskompositionen; bis 2020 reichen die Pläne. Ein Bekenntnis zum Zeitgenössischen. Damit das...
