Atome des Klangs
Nichts ist vorgegeben in diesen Werken. Nirgends richten sie sich ein. Sie kennen nur eines: die Suche nach den Ursprüngen, dem Grund, den Atomen von Sprache und Klang. In vielen Arbeiten Sergej Newskis (*1972) steht die menschliche Stimme im Zentrum dieser Suche. «Autland» etwa, ein siebenteiliges «Musiktheater für sechs Solisten und Kammerensemble» (2009/2012), hebt mit Atemgeräuschen an, aus denen sich allmählich distinkte Laute, dann ein gesprochener Text, schließlich gesungene Phrasen herausschälen.
Was die Solisten des Vocaallab und Vokalconsort Berlin unter Titus Engel da artikulieren, basiert weitgehend auf Zeugnissen von Autisten. Das 43-Minuten-Opus nach Johannes Ockeghem ist das Herzstück einer spannenden Porträt-CD, die ferner vier kürzere Klangrecherchen (mit den Ensembles Mosaik und Musikfabrik) vorstellt.
Sergej Newski: Alles
Jakob Diehl (Sprecher); Ensemble Mosaik, Enno Poppe, Sergej Newski; Natalia Pschenitschnikova (Sopran); Ensemble Musikfabrik; Voccallab, Vocalconsort Berlin, Titus Engel
Wergo/Schott Music WER 6587 2 (CD); AD: 2011/12
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 28
von Albrecht Thiemann
Der Weg von Los Alamos nach Hiroshima führt durch ein Labyrinth von Formeln. Physikalisch gesehen – und bildlich in dieser Inszenierung. Weniger als ein Monat lag zwischen dem erfolgreichen Nuklearwaffentest der USA im Juli 1945 und den verheerenden Atombombenabwürfen der Amerikaner auf Hiroshima und Nagasaki. Ein Menetekel der Menschheitsgeschichte.
Beklemmend...
Man könnte sich die Haare raufen: 1979 wurde in einem Auktionskatalog ein Albumblatt Verdis reproduziert, ohne dass dies irgendeinem Verdi-Forscher aufgefallen wäre – bis heute. So fehlt die Miniatur aus dem Jahr 1877 in allen Werkkatalogen, auch in dem 2013 erschienenen «Verdi Handbuch» – ein Grund mehr, es sich wenigstens nach dem Verdi-Jahr genauer anzuschauen.
D...
Wir sind nicht fröhlich oder traurig. Wir sind fröhlich oder gewalttätig.» So hat Stephen King, der king of horror, das amerikanische Lebensgefühl einmal zugespitzt. Disneyland und Todesstrafe. Mörderische Spaßgesellschaft. Aus dieser Richtung scheint sich in Köln Regisseur Viestur Kairish dem Weber’schen «Freischütz» genähert zu haben. Der Wettstreit zwischen...
