Auf der Suche nach Neuem
Es gebe keine Erfolgsgarantie, die könne es, solle es nicht geben. «Sicher ist nur das Risiko», sagte Kaspar Holten, Artistic Director des Royal Opera House, als er Anfang 2013 vorstellte, was Covent Garden in Sachen neuer Oper plante: Erstaufführungen wichtiger Werke, Auftragskompositionen; bis 2020 reichen die Pläne. Ein Bekenntnis zum Zeitgenössischen. Damit das Risiko überschaubar bleibt, finden viele der Experimente im kleinen Linbury Studio Theatre statt.
Gerade gab es zwei Uraufführungen, thematisch abgestimmt auf die Wiederaufnahme von Gounods «Faust» auf der großen Bühne: Luke Bedfords «Through His Teeth» und Matthew Herberts «The Crackle».
Bedford, ein Brite, der in Berlin lebt, ist gerade erst 36 geworden, gilt aber schon als einer der angesehensten Komponisten seiner Generation. Bisher verdankt er seinen Ruf vor allem seiner Orchester- und Kammermusik. Das könnte sich jetzt ändern – sein neues Werk lässt den müden Beifall für seinen Opernerstling «Seven Angels» von 2011 vergessen. Für «Through His Teeth» griff der schottische Dramatiker David Harrower eine Zeitungsmeldung auf. Die junge A geht dem Schwindler R auf den Leim, der ihr weismacht, seine zunehmend grotesken ...
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Opernwelt Juni 2014
Rubrik: Magazin, Seite 74
von George Hall
Manon Lescaut», uraufgeführt 1893 wenige Tage vor Verdis «Falstaff», zeigt Puccini auf dem Weg zu sich selbst. Ein junger, selbstbewusster und erfolgsgeiler Komponist führt vor, was er kann. Ganz nebenbei vernichtet er – zumindest verbal – die Konkurrenz. Massenets neun Jahre zuvor erstmals gespielte «Manon» sei, so höhnte Puccini, ein Stück aus Puder und Menuett....
Vor acht Jahren ging für Richard Bradshaw ein Traum in Erfüllung: Das Four Seasons Centre öffnete seine Pforten, das erste Theater in Kanada, das eigens für Oper und Ballett ausgelegt war. Ein Bau mit exzellenten Sichtlinien und erstklassiger Akustik, der Platz für mehr als 2000 Besucher bietet. Der langjährige Chef hatte endlich ein adäquates Haus für die größte...
Der Weg von Los Alamos nach Hiroshima führt durch ein Labyrinth von Formeln. Physikalisch gesehen – und bildlich in dieser Inszenierung. Weniger als ein Monat lag zwischen dem erfolgreichen Nuklearwaffentest der USA im Juli 1945 und den verheerenden Atombombenabwürfen der Amerikaner auf Hiroshima und Nagasaki. Ein Menetekel der Menschheitsgeschichte.
Beklemmend...
