Editorial
Genau werden wir es erst wissen, wenn die Bayreuther Richard-Wagner-Stiftung die Sache vertraglich abgesegnet hat – als Trägerin der Festspiele. Das kann dauern. Aber vieles spricht im Moment dafür, dass Katharina Wagner bald die Herrschaft auf dem Grünen Hügel übernimmt. Vater Wolfgang und Mutter Gudrun sagen nun ganz offen, was sie lange für sich behielten und was doch als Wunsch unverkennbar blieb: Katharina soll’s machen. Auch die Urenkelin des Meisters selbst erklärt freier als bisher, was sie sich zutraut. Eine Art konzertierter Aktion.
Die Zeit des Taktierens scheint vorbei, das Medienmanagement geglückt, die Nachfolge im Sinn des noch amtierenden, bald 88-jährigen Festspielchefs geregelt. Die große Nornen-Frage «Weißt du, wie das wird?», die noch vor wenigen Jahren für hitzige programmatische Kontroversen und handfeste Familienkräche sorgte – sollte sie nur noch eine formelle Frage sein?
Vorverurteilungen sind unangemessen. Am 25. Juli werden die Bayreuther Festspiele mit einer «Meistersinger»-Inszenierung von Katharina Wagner eröffnet – und auch an diesem Abend wird sich kaum zeigen, ob die 28-jährige Regisseurin eine geeignete Festspielleiterin ist. Hätte man ihren Vater ...
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