Reif für frische Impulse

Zwischen Expansion und Stagnation: Anmerkungen zu den Händelfestspielen in Göttingen und Halle

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Auf große Überraschungen muss man sicherlich nicht gefasst sein, wenn man im Frühsommer die beiden Händelfestspiele in Göttingen und Halle besucht. Alles verläuft in vertrauten, wohl­­ge­ord­neten Bahnen. Immer stehen beide Fes­tivals unter einem Thema (Göttingen: «Macht und Ohnmacht» / Halle: «Triumph von Zeit und Wahrheit»), und stets bilden die Opernaufführungen das Zentrum der Ereignisse. Angereichert wird das Programm mit (oft marathon­artigen) Ora­torium-Konzerten, Raritäten und «Ausgrabungen», garniert mit unzähligen Rah­menveran­stal­tungen.

Was zunehmend fehlt, sind geistreiche, erfinderische Ansätze der Händel-Rezeption heute.
Vor allem, seit etliche Opernhäuser das Barockrepertoire als kassentaug­lichen Stoff für sich entdeckt haben und oft spannende Inszenierungen Händel’scher Opern bieten, sind die Festspiele zusehends ins Hintertreffen geraten. Zwar hat man in Göttingen den traditionell eher museal-historischen Auffüh­rungstil ad acta gelegt, die diesjährige «Giulio Ce­sare»-In­szenierung von Igor Folwill wirkte über weite Stre­cken dann aber doch wie eine feierlich-langatmige, emotionslose Steh­oper. Zumal auch die Stadthalle als Spielstätte trotz aller ...

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Opernwelt Juli 2007
Rubrik: Magazin, Seite 28
von Ullrich Bohn

Vergriffen
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