Alte Meister

Cecilia Bartoli präsentiert als «Queen of Baroque» einen Querschnitt ihres Könnens

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Die Königin ist selig. Die Liebe wohnt in ihren heiligen Hallen, schmückt ihre Seele, verführt sie nach längerer Entbehrung zu schönsten Tagträumen in den Armen jenes Mannes, dem sie ihr Herz geschenkt hat. Und was für eine Stimme hat dieser Auserwählte! Glockenhell, glockenklar, glockenrein, so schmiegt sich der Countertenor von Philippe Jaroussky der Herrscherin an den Busen, sodass Cecilia Bartoli im Grunde gar nichts anderes übrig bleibt, als ihm ihrerseits mit den luzidesten Tönen himmlische Freuden bereits auf Erden zu versprechen: «Meine Glut, / lass uns freudig sein.

/ Von dir gefesselt, / sterb ich gern.» Und so verschmelzen, zwar nicht beider Körper, doch zumindest die Stimmen von Niobe und Anfione in diesem Duett aus Agostino Steffanis Dramma per musica «Niobe, regina di Tebe».

Eine Geschichte, zu schön, um wahr zu sein? Wie man es nimmt. Jedenfalls ist es keine Novität, der wir hier mit Verzückung lauschen; das Duett entstammt Bartolis berückendem Barock-Projekt «Mission» aus dem Jahr 2012. Auch vier Arien der 2009 erschienenen, seinerzeit (und mit jedem Recht) hochgelobten «Sacrificium»-CD und drei Stücke aus «Opera Proibita» (2004) haben den Weg in diese Kompilation ...

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Opernwelt Februar 2021
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 26
von Jürgen Otten

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