Drommetenrot
Polizeikordons in der Altstadt von Brno. Am Platz vor der Reduta, in der schon der elfjährige Mozart konzertiert hatte, sammelten sich Demonstranten, der milde Sonnenschein mochte so gar nicht mit der Aggression übereinstimmen, die in der Luft lag. Ein Tag im Mai, die Rechten wollten aufmarschieren, die Linken hatten viel dagegen.
Der Platz war gut gewählt, gilt die Reduta doch nicht nur als historisch bedeutsames Theater- und Konzertgebäude, sondern bis heute auch als Ort wichtiger politischer Versammlungen – speziell der im Gedenken an Mozarts Gastspiel nach ihm benannte und kürzlich renovierte Saal, dessen Charakteristikum eine in ein ganz eigenartiges Rot getauchte Tapete ist. Es könnte das «Drommetenrot» sein, von dem der aus Prag stammende Schriftsteller Leo Perutz in seinem Roman «Der Meister des jüngsten Tages» spricht – jenes Rot, das beim großen Gericht den Himmel färben wird.
Eben dieses Rot leuchtet dem Zuschauer auch beim neuen «Macbeth» von der Bühne des Janácek-Theaters in Brünn entgegen. Denn Regisseur Bruno Berger-Gorski und Bühnenbildner Daniel Dvorák (zugleich Intendant des Nationaltheaters Brünn) haben das Ehebett der Macbeths, in dem die auf Macht versessene ...
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