Drommetenrot

Verdis „Macbeth“ in Brünn

Opernwelt - Logo

Polizeikordons in der Altstadt von Brno. Am Platz vor der Reduta, in der schon der elfjährige Mozart konzertiert hatte, sammelten sich Demonstranten, der milde Sonnenschein mochte so gar nicht mit der Aggression übereinstimmen, die in der Luft lag. Ein Tag im Mai, die Rechten wollten aufmarschieren, die Linken hatten viel dagegen.

Der Platz war gut gewählt, gilt die Reduta doch nicht nur als historisch bedeutsames Theater- und Konzertgebäude, sondern bis heute auch als Ort wichtiger politischer Versammlungen – speziell der im Gedenken an Mozarts Gastspiel nach ihm benannte und kürzlich renovierte Saal, dessen Charakteristikum eine in ein ganz eigenartiges Rot getauchte Tapete ist. Es könnte das «Drommetenrot» sein, von dem der aus Prag stammende Schriftsteller Leo Perutz in seinem Roman «Der Meister des jüngsten Tages» spricht – jenes Rot, das beim großen Gericht den Himmel färben wird.
Eben dieses Rot leuchtet dem Zuschauer auch beim neuen «Macbeth» von der Bühne des Janácek-Theaters in Brünn entgegen. Denn Regisseur Bruno Berger-Gorski und Bühnenbildner Daniel Dvorák (zugleich Intendant des Nationaltheaters Brünn) haben das Ehebett der Macbeths, in dem die auf Macht versessene ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Panorama, Seite 42
von Gerhard Persché

Vergriffen
Weitere Beiträge
Drängende Gefühle?

Zu Händels Lebzeiten eine seiner meistgespielten Opern, hat der 1727 uraufgeführte «Admeto» bisher nur eingeschränkt vom großen Händel-Revival profitieren können. Zwar erschien schon in den siebziger Jahren eine Gesamtaufnahme auf historischen Instrumenten, doch eine Breitenwirkung ging von dieser Einspielung ebenso wenig aus wie von gelegentlichen...

Neues beim Bergen-Festival

So einfach sorgt man für amüsierte Schlagzeilen: Nach langen fünf Stunden ging Bergens Festspiel-Chef Per Boye Hansen dazwischen und beendete kurzerhand eine Aufführung von Ibsens «Wildente». Eine gute Tat. Denn die Produktion war unkontrolliert zum 15-Stunden-Monster gewachsen.
Es geht auch flotter. Bent Sørensen führt’s vor. Für die Festival-Eröffnung hat er...

Energie und Bewegung

Kürzlich wurden in Athen Pläne für ein nationales Prestigeprojekt vorgestellt: Renzo Piano wird das neue Kulturzentrum der «Stavros Niarchos Stiftung» in Athen bauen. Der italienische Star-Architekt hatte sich in einem mehr als einjährigen Evaluierungsverfahren gegen seine Konkurrenten aus aller Welt durchgesetzt. In dem Gebäude soll neben der griechischen...