Mit dem Leben spielen

Moritz Eggert erinnert mit seiner Oper «Linkerhand» an die DDR-Autorin Brigitte Reimann

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Man hat den Roman «Franziska Linkerhand» der Schriftstellerin Brigitte Reimann (1933-1973), eine große autobiografische Erzählung der DDR, mit der «Blechtrommel» von Günter Grass verglichen. Hier der vitale, drastisch eigenwillige Zeitspiegel von Krieg und junger Bundesrepublik aus dem Blickwinkel Danzigs, dort die exemplarische Geschichte einer jungen Architektin in der sächsischen Provinz der sechziger Jahre im Städtchen Hoyerswerda.

Im nicht weit entfernt gelegenen Theater Görlitz hielt man den Roman für operntauglich und erteilte dem Münchner Komponisten Moritz Eggert (Jahrgang 1965) und seiner Librettistin Andrea Heuser den Auftrag, Reimanns Buch ins Musiktheater zu transportieren. Eggert hat in den letzten Jahren des öfteren gezeigt, das er ohne Angst vor Trivialität den Situationen und Sprachen des Alltags ästhetisch etwas abgewinnen kann. Die Uraufführung am «Originalschauplatz» Hoyerswerda war sozusagen Ehrensache fürs Theaters und das Autorenpaar.
Hintergrund der Oper: ein Energiezentrum besonderer Art. Tausende Menschen sind in Hoyerswerda angesiedelt, im realen Sozialismus, um die «Schwarze Pumpe», das Kombinat der «Braunkohleveredelung», das für die DDR Gas produzierte, ...

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Opernwelt Juli 2009
Rubrik: Magazin, Seite 64
von Wolfgang Schreiber

Vergriffen
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