Doppelt zerrissen
«Von fremden Ländern und Menschen» erzählt Robert Schumann in einer seiner «Kinderszenen», Harald Braun intoniert sie an einem Flügel, in dem kurz darauf ein «Flügelwesen» zu verschwinden droht: eine stimmige Art und Weise, einen Abend lang ein Stück Sehnsucht wie «Das Paradies und die Peri» so in der Schwebe zu halten, als gäbe es zwischen Himmel und Erde Dinge, von denen sich eigentlich nur träumen lässt.
Zwischen 1841 und 1843 hat Robert Schumann das szenische Oratorium nach einer Dichtung von Thomas Moore komponiert, und einige Zeit schien seine «größeste Arbeit», alle Genres überwindend, eine «neue Gattung Musik» zu begründen. Auf jeden Fall war sie erfolgreicher als all seine anderen Werke.
Mag sein, dass einen Grenzgänger wie Joachim Schlömer gerade das scheinbar Unmögliche an dem Stück reizt. Fakt jedenfalls ist, dass sich zu Anfang der Aufführung ein dunkler Engel auf die Erde niederlässt, auf der sich das Biedermeier breitmacht, während sich gleichzeitig ein offenbar gefallener Engel, eine persische Peri eben, vielleicht auch Schumann selbst, mit aller Macht um eine Himmelfahrt bemüht: ein gegenläufiges Bewegungsmodell, das nicht als einziges den inszenierenden ...
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Das Drum und Dran sorgte einmal mehr für ebenso viel Gesprächsstoff wie die Aufführung selbst: Kaum war die Premiere von Glucks «Iphigénie en Aulide» mit Riccardo Muti am Pult über die Bühne gegangen, drohten die Gewerkschaften mit Streiks für die weitere Serie (ohne die Drohung letztlich wahr zu machen). Denn das Kulturministerium, das Italiens Opernhäusern...
Sie ist lange Jahre eines der großen unterschätzten Werke des 20. Jahrhunderts gewesen, Othmar Schoecks grandiose, düster glühende Kleist-Vertonung, aber jetzt scheint ihre Zeit gekommen zu sein. Nach Cottbus (OW 12/2003), Basel (OW 12/2007) und Dresden (OW 4/2008) legt Lübeck eine außerordentlich geglückte Inszenierung des Werks vor, die nahe an seinem Wesenskern...
Eine konzertante Aufführung schien 1997 die Wende zu bringen. Als Kent Nagano in Manchester die Erstfassung von Brittens «Billy Budd» mit Thomas Hampson in der Titelrolle dirigierte, schien der Weg frei; und tatsächlich folgten u. a. 2001 an der Wiener Staatsoper und vier Jahre später an der Staatsoper München szenische Produktionen dieser 1951 in London...
