Doppelt zerrissen
«Von fremden Ländern und Menschen» erzählt Robert Schumann in einer seiner «Kinderszenen», Harald Braun intoniert sie an einem Flügel, in dem kurz darauf ein «Flügelwesen» zu verschwinden droht: eine stimmige Art und Weise, einen Abend lang ein Stück Sehnsucht wie «Das Paradies und die Peri» so in der Schwebe zu halten, als gäbe es zwischen Himmel und Erde Dinge, von denen sich eigentlich nur träumen lässt.
Zwischen 1841 und 1843 hat Robert Schumann das szenische Oratorium nach einer Dichtung von Thomas Moore komponiert, und einige Zeit schien seine «größeste Arbeit», alle Genres überwindend, eine «neue Gattung Musik» zu begründen. Auf jeden Fall war sie erfolgreicher als all seine anderen Werke.
Mag sein, dass einen Grenzgänger wie Joachim Schlömer gerade das scheinbar Unmögliche an dem Stück reizt. Fakt jedenfalls ist, dass sich zu Anfang der Aufführung ein dunkler Engel auf die Erde niederlässt, auf der sich das Biedermeier breitmacht, während sich gleichzeitig ein offenbar gefallener Engel, eine persische Peri eben, vielleicht auch Schumann selbst, mit aller Macht um eine Himmelfahrt bemüht: ein gegenläufiges Bewegungsmodell, das nicht als einziges den inszenierenden ...
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