Die Stimmen stimmen
Er ist schon ein Teufelskerl, dieser Graf Opalinski. Im Untergrund kämpft er gegen die sächsischen Besatzer, gibt sich als Student Jan aus, wird verhaftet, kommt frei, weil Oberst Ollendorf ihn für einen amourösen Racheplan braucht – und befreit listig seine Heimatstadt Krakau. Bei der Mörbischer «Bettelstudent»-Premiere ist Gert Henning Jensen, hochgewachsen und mit hell strahlendem Tenor, der ideale Darsteller des polnischen Patrioten: Mit dem Feuer des jugendlichen Draufgängers stürzt er sich in den vokalen Freiheitskampf.
Er erobert im Sturm das Herz von Daniela Kälins charmanter Bronislawa – und die Gunst des Publikums beim weltgrößten Operettenfestival am Neusiedlersee.
Mirko Roschkowskis wärmer grundierter, weicher Tenor wiederum passt genau zu Symon, dem tagträumerischen Titelhelden, der in Carl Millöckers Operette unversehens vom Strudel der Ereignisse erfasst, aber am Ende vom Schicksal belohnt wird. Eine glückliche Hand hat die neue Intendantin Dagmar Schellenberger bei der ganzen Besetzung bewiesen: Henryk Böhm macht den Polterer Oberst Ollendorf zum komödiantischen Zentrum des Abends, sekundiert vom klangschönen Quintett seiner Offiziere wie auch von Olaf Plassa als ...
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Opernwelt September/Oktober 2013
Rubrik: Magazin, Seite 94
von Frederik Hanssen
Was an Francesco Provenzales neapolitanischer Buffa «La Stellidaura vendicante» («Die sich rächende Stellidaura», 1674) fasziniert, ist neben der punktuell eleganten instrumentalen Umsetzung der nur skizzenhaft notierten Musik (Gesang und Bass in den Vokal-, dreistimmiger Satz ohne Instrumentationsangaben) durch die Academia Montis Regalis der Umstand, dass es ein...
Götter mögen keine Kekse. Deshalb bringen die Menschen in den Longshan-Tempel Äpfel mit, auch Bananen, Papaya und Blumen. Viele der Götter, die hier versammelt sind, scheinen gemischte Teller zu bevorzugen: Je bunter die Opfergaben, desto bereitwilliger werden Gebete erhört. Kekse gibt es trotzdem – zur Stärkung der Gläubigen und zur Stärkung der Tempelkasse. Wer...
Die handschriftliche Originalpartitur von Verdis «Otello» und eine Druckplatte vom Erstdruck der Partitur seines «Falstaff»: zwei Prunkstücke, die in Berlin noch bis zum
15. September zu bewundern sind (www.enterpriseopera.com). Nachdem Bertelsmann BMG im Jahr 2007 den dreizehn Jahre zuvor erworbenen Verlag Ricordi aus kartellrechtlichen Gründen weiterverkaufen...
