Die Sonne leuchtet allen

Ein außerordentliches Stück in einer ebenbürtigen Inszenierung: Dresden zeigt Hans Abrahamsens Klangwunder «The Snow Queen»

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Donnerstagmittag, 14:00 Uhr, es wird zeitgenössisches Musiktheater aufgeführt, und das Haus ist ausverkauft. Die Dresdnerinnen und Dresdner scheinen eine Verdauungsoper nach dem Mittagessen zu schätzen (selbst im Weihnachtsstress wenige Tage vor dem vierten Advent), vielleicht hat sich in der Stadt aber auch herumgesprochen, dass es mit Hans Abrahamsens «The Snow Queen« ein außerordent -liches Stück in einer ebenso außerordentlichen Inszenierung zu erleben gibt.

Abrahamsen, der dänische Komponist, bringt den riesigen Orchestergraben der Semperoper an den Rand der Kapazität mit seinem Aufgebot an Instrumenten. Allein schon sieben Pauken versammeln sich da in der Ecke, Keyboard und Akkordeon sitzen mit im Orchester, vielfache Bläser kommen hinzu, die auch mal zu Nebeninstrumenten wie Oboe d’amore oder Wagner-Tuba greifen. Die beiden Harfen müssen in die linke Proszeniumsloge ausgelagert werden, gegenüber ist ein Xylophon untergebracht, aus der Loge zwei Stockwerke darüber singen Frauenstimmen. Der Aufwand an Mitteln ist gewaltig, das Ergebnis, wie bei allen Komponisten, die gut zu instrumentieren verstehen, von hinreißender Feinheit. Wirklich laut wird es in dieser Oper nie, ...

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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Clemens Haustein

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