Editorial Opernwelt 2/26
Der Marquise de Pompadour, geborene Jeanne-Antoinette Poisson, von 1745 bis 1761 Maîtresse-en-titre Louis XV und spätere Duchesse de Menard, wird jenes lakonisch-zynische Bonmot zugewiesen, das noch heute vielen Menschen aus dem Mund herausplumpst, wenn irgendetwas krachend schief gegangen ist: «Après nous le déluge», zu Deutsch: Nach mir die Sintflut. Selbiges könnte auch Johann Strauß (Sohn) aus dem Himmel zu uns rufen, denn sein 200. Geburtstag wurde ein Jahr lang vor allem in Wien ausgiebig gefeiert.
Nun aber sind die champagnerseligen Zeremonien vorüber, und ein mächtiger Kater geistert durch die Donaumetropole. Oder besser: eine Zahl, die man zumindest einmal hingeschrieben haben muss, um ihre Dimension zu erkennen: 15 000 000 000 Euro, in Worten: 15 Milliarden, beträgt die Schuldenlast der vormals kakanischen Kapitale. Das ist, selbst für Berliner Verhältnisse, nicht eben ein Pappenstiel; wohl selbst ein Atlas täte sich schwer daran, dieses Packerl zu schultern.
Weit schwerer aber wiegen die Folgen für Wien. Die sozialdemokratisch regierte Stadt hat sich zu einem rigiden Sparkurs durchgerungen, und wie nicht anders zu erwarten, trifft es alle Bereiche mit eiserner Härte, ...
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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Editorial, Seite 1
von Jürgen Otten
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