Die eine Farbe Rot

Eva Resch und Eric Schneider mit Liedern aus vier Jahrhunderten

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Ist es möglich, denkbar, fühlbar? Eine Liebe, so glühend und intensiv, so weitreichend und existenziell, dass die Dichterin sie mit einer Farbe vergleicht, die es eigentlich gar nicht gibt? Wohl nur die (deutsche) Romantik vermochte solche Extreme zu formulieren, in ihrer Sehnsucht nach dem Unendlichen. Karoline von Günderode, die Frühvollendete (gerade mal 26 Jahre war sie bei ihrem Tod), fasste dieses Verlangen in Verse, die noch heute unter die Haut kriechen, wo sie weiterkrabbeln und -kribbeln: «Du innig Roth, / Bis an den Tod / Soll meine Lieb Dir gleichen.

/ Soll nimmer bleichen, Bis an den Tod, Du glühend Roth, / Soll sie Dir gleichen».

Wolfgang Rihm hat Günderodes genialisches Gedicht «Hochrot» zu einem Lied vertont, das die düster-gespenstische Atmosphäre, in der das literarische Ich seine Empfindungen in Worte fasst, auf wundersame Weise versinnbildlicht. Nur zart hingetupfte Punkte, Striche und Linien werden über weite Strecken hör- und erfahrbar; ein Ungefähres, welches es dem Zuhörenden ermöglicht, in die (neo)romantische Welt einzutauchen. Eva Resch singt Rihms «Andeutungen« mit sanftem Nachdruck und feiner Emphase, und auch ihr Pianist Eric Schneider streichelt die ...

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Opernwelt Februar 2026
Rubrik: Medien, Seite 37
von Virginie Germstein

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