Die Oper zur Pisa-Studie
Das Vorspiel zu einem tollen Tag, in der Tat. Die Ouvertüre zur «Hochzeit des Figaro» – bei Karen Kamensek und dem in kleiner Besetzung klaglos mitpreschenden und nirgends ins Flattern geratenden Freiburger Philharmonischen Orchester ist das ein Mozart des enormen Tempos. Ein Sturm braust über das Anwesen derer von Almaviva hinweg: Revolution ante portas – und dennoch ein filigranes Spiel, nicht handgreiflich, nicht derb. Die instrumentale Eloquenz bleibt, das – in den lyrischen Momenten mitunter reichlich forsche – Zeitmaß auch.
Bloß dass die Musik im szenischen Getümmel öfter beiseite gedrückt wird, zu wenig mitspricht.
Dennoch, die musikalische Qualität ist die Konstante des Abends, und die Sänger markieren einen jungen «Figaro» der hoffnungsvollen Annäherungen, auch wenn der hochkultivierte Titelbassbariton des Radu Cojocariu an Mark zulegen müsste, um die Zentralgestalt auszufüllen, oder Nicole Chevaliers Gräfin erst in der zweiten Arie den gewohnten Standard erreicht, dann allerdings mit beseeltem Sopranaufschwung. Sara Eternos Susanna setzt sehr reizvoll auf den italienischen Fluss in Mozarts Melodie, Derrick Lawrences Baritonfarbe kommt dem Grafen zugute, und Sigrun Schell ...
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