Die Oper im Kopf

Zürich, Busoni: Doktor Faust

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Immerwährender Fall einer Selbstüberprüfung, auch ­einer Selbsteinschüchterung. Fällt der Name Klaus Michael Grüber, geht man stets aufs Neue in sich, gerät ins Nachdenken, ob sein heutiger Regie-Minimalismus nicht die wiedergefundene Einfachheit einer Regie­legende von ehedem sein könnte. Aufs Neue indessen auch die – bei seinesgleichen zögernde – Antwort: eher nicht. Beim Zürcher «Doktor Faust», der dritten Arbeit dort in Jahresfrist, dekretierte er: Die Oper ist ein Traum, sie begibt sich im Kopf des Helden.

Das scheint in der jüngeren Interpretationsgeschichte allerdings zum Allheilmittel für Ferruccio Busonis Opus magnum geworden zu sein.
Prägend ist Eduardo Arroyos Studierzimmer und Labor mit Regalen über Regalen, darin Flaschen und Gläser aller Formen und Farben und sonder Zahl: Faust kommt auf seiner Fantasiereise durch die Jahrhunderte aus seinem angestammten Raum nicht heraus. Er ist ihm – nur durch ein Neonkreuz markiert – das Münster, er ist ihm – nur durch etwas Lüsterluxus drapiert – der Hof zu Parma, und er ist ihm Wittenberg, wo sein strebender Lebensgang ein fatales Ende nimmt. Wenn’s mit ihm bergab geht, sind die Regale mit Altmobiliar, mit aussortierten ...

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Opernwelt November 2006
Rubrik: Panorama, Seite 49
von Heinz W. Koch

Vergriffen
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