«Die Leute sollen so neugierig sein wie ich»
Das Opernhaus in der französischen 120 000-Einwohner-Stadt Metz gehörte über Jahrzehnte nicht zu den auffälligen im Lande. Auch wenn man sich, dem corporate design der Stadt folgend, «Opéra-Théâtre de Metz Metropole» nennt, war von metropolitanem Flair wenig zu spüren. Aber das Profil hat sich geändert in den letzten Jahren, seit der Bühnenbildner und Regisseur Eric Chevalier als Intendant an der Moselle angeheuert hat und sich zunehmend als Schatzgräber auf der Suche nach unbekannten französischen Preziosen aus Oper, Operette und Singspiel betätigt.
Die Wiederentdeckung der Oper «Le Caid» des Metzer «Lokalmatadors» Ambroise Thomas war 2007 eine Art Initialzündung. Konsequent hat Chevalier den Raritätenanteil im Spielplan gesteigert, nun machte er die Probe aufs Exempel. Fünf Premieren bringt er von Januar bis Mai heraus, und selbst Opernkenner dürften mit den meisten Stücken allenfalls vom Hörensagen vertraut sein. «Vielleicht bin ich eine Spielernatur», flachst der 51-Jährige, «aber wenn wir öffentlichen Theater nichts riskieren, wer dann überhaupt noch?» Seine Ambition ist, das Publikum auf Entdeckungsreisen mitzunehmen. «Die Leute», sagt er, «sollen genau so neugierig sein wie ...
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