Der Meister irrt

St. Gallen: Verdi: Alzira

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Mit seiner achten Oper «Alzira» hatte Verdi kein Glück. Die Uraufführung am 12. August 1845 im Teatro San Carlo in Neapel war ein Achtungserfolg, die Premiere an der Mailänder Scala im Januar 1847 fiel durch, nach wenigen Jahren verschwand das Stück ganz von den Spielplänen. Selbst der Komponist soll sich später von seinem Werk distanziert und es einer Bekannten gegenüber als «wirklich hässlich» bezeichnet haben.

Das – allerdings nur als Gerücht kolportierte – Urteil des Meisters wirkte offensichtlich nach: Während andere Opern aus Verdis «Galeerenjahren» in den letzten Jahrzehnten einen Boom erlebten, blieb es um «Alzira» still. In Deutschland wurde die Oper erst 1998 zum ersten Mal gespielt (Passau), jetzt hat das Theater St. Gallen die schweizerische Erstaufführung herausgebracht.

Die Aufführung widerlegt das negative Verdikt eindrücklich: «Hässlich» ist diese Oper gewiss nicht! Im Gegenteil: Die Melodien packen, die Rhythmen zünden. Die Anlage freilich ist durch und durch konventionell. Der sonst experimentierfreudige Verdi hielt sich hier ganz an die von Donizetti übernommenen Muster. Nach den Arien folgt jeweils eine Cabaletta mit Chor; die beiden Aktschlüsse verbinden ...

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Opernwelt März 2010
Rubrik: Panorama, Seite 48
von Alfred Ziltener

Vergriffen
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