Die Kette um ihren Kopf
Italo Montemezzi wurde vom Klima der Verismo-Oper geprägt und blieb ihr stets verbunden, auch wenn er seinen kulturellen Horizont erweiterte. Bei der Orchestrierung orientierte er sich hauptsächlich an den Lehren Wagners, in geringerem Maße an denen Debussys. Von seinen sieben Bühnenwerken wird nur «L’amore dei tre re» (Die Liebe zu den drei Königen) von Zeit zu Zeit aufgeführt. 110 Jahre nach ihrer Uraufführung dortselbst kehrte die Oper nun wieder an das Teatro alla Scala zurück.
Seit mehreren Spielzeiten lässt man dort einst berühmte und heute fast vergessene italienische Opern des 20. Jahrhunderts wieder aufleben, so etwa 2016 Umberto Giordanos «La cena delle beffe» nach der gleichnamigen Tragödie von Sem Benelli. Eben diese Tragödie lenkte Montemezzis Augen auf den berühmtesten Dramatiker seiner Zeit; dieser destillierte das Libretto zu «L’amore dei tre re» aus seinem gleichnamigen Theaterstück.
Die düster gefärbte Handlung spielt in einem imaginären Mittelalter. Fiora liebt den Prinzen Avito, wird aber aus politischen Gründen gezwungen, Manfredo, den Sohn von König Archibaldo, zu heiraten. Während Manfredo im Krieg ist, überrascht der alte König Fiora und Avito; da er aber ...
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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Panorama, Seite 45
von Stefano Nardelli
Kurz ist er, der Sommer der Anarchie. Kurz, aber intensiv. Und voller Widerstandsgeist. Verantwortlich dafür ist insbesondere jene junge Pariserin mit dem charmant-altmodischen Vornamen Clairette, die man in den Gassen rund um das Quartier des Halles gut kennt und ihres couragierten Charakters wegen schätzt, die aber über die Grenzen Frankreichs kaum bekannt sein...
Für das immer heikle Ende, den von schlimmstem Des-Dur-Dröhnen begleiteten Einzug der Götter in ihr neues, so teuer erkauftes Heim Walhall, findet Romeo Castellucci, der für Regie, Ausstattung und Licht verantwortlich zeichnet, ein verblüffend einleuchtendes Bild: Wotans Gesellschaft, in weiß wallenden Sektengewändern, tritt nacheinander an ein großes schwarzes...
Der 7. Oktober 2023 hat sich schon jetzt als jenes Datum in unser Gedächtnis eingebrannt, an dem eines der schlimmsten Verbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurde. Die islamistische Terrororganisation Hamas ermordete an diesem Tag, der zugleich der 50. Jahrestag des Jom-Kippur-Krieges war, in einem Akt kaum vorstellbarer Barbarei mehr als 1.400 Israelis,...
