Die da oben, die da unten

Mussorgsky: Chowanschtschina Basel / Theater

Und die Oper? Das war die Frage, als Andreas Beck im Herbst 2015 vom Schauspielhaus Wien als Intendant ans Theater Basel kam. Sie stand umso dringender im Raum, als Beck sein Amt von Georges Delnon übernahm, einem Vertreter des Musiktheaters, der inzwischen an die Oper Hamburg wechselte. Wer den Basler Spielplan mit seinem starken Akzent im Schauspiel betrachtete, konnte erst recht stutzig werden. Indes sorgen Andreas Beck und seine Operndirektorin Laura Berman durchaus auch im Bereich des Musiktheaters für spektakuläre Momente.

Fürs Ende der Spielzeit im Juni nächsten Jahres ist nichts Geringeres als «Donnerstag aus Licht» von Karlheinz Stockhausen angekündigt. Und zum Auftakt gab es «Chowanschtschina» von Modest Mussorgsky – auch nicht gerade ein Kinderspiel, zumal für ein Dreispartenhaus.

Das Rezept für diesen Abend bestand in der Verpflichtung eines Leitungsteams, das im weitesten Sinne der russischen Tradition entstammt. Auch die tragenden Partien des Stücks waren Sängern russischer Schule anvertraut. So ergab sich gewissermaßen ein «authentisches» Bild – und das umso mehr, als die Inszenierung ein Gestern zeigte, das auch ein russisches Heute sein könnte. Anfangs werfen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Peter Hagmann

Weitere Beiträge
Klug gestaltet

Wenn eine Sopranistin unserer Zeit mit besonderer Emphase als «Mozart-Sängerin» bezeichnet werden kann, dann Dorothea Röschmann. Obwohl sie ein breites Repertoire beherrscht, neben Agathe («Freischütz») auch die Marschallin («Rosenkavalier») oder Elsa («Lohengrin») singt, stehen die großen Sopranpartien Mozarts bis heute im Mittelpunkt ihres Wirkens. Nach einigen...

Glitz und Tücke

Das Stück zieht sich immer wieder die Maske eines verbindlichen Lächelns über. Doch dahinter zeigt Monteverdis Altersoper «L’incoronazione di Poppea» ihr wahres Gesicht – und das trägt die Züge von Willkür, Tücke, Zynismus, Grausamkeit. Ein weit angelegter Bilderbogen menschlichen (Miss-)Verhaltens aus der Perspektive des Eros. Dabei versagt sich das Werk – mancher...

Musterhaft dosiert

Nicht dass er unzufrieden wäre mit seiner Karriere. Aber eine Sache wurmt Mariss Jansons schon: Oper, die hätte er gern häufiger dirigiert. Vieles spielt da eine Rolle. Gewiss sein Herzinfarkt 1996 während einer «Bohème», aber auch sein Hang zum Kontrollator – der 72-Jährige fühlt sich unwohl, wenn er nicht Herr selbst der kleinsten Dinge ist. Im aufwendigsten...