Perspektiven bündeln
Fast ist es nun komplett, das monumentale, auf sechs Bände angelegte Beethoven-Handbuch im Laaber Verlag. Auf die ersten vier, im Wesentlichen nach Gattungen geordneten Bände soll ein Buch über «Beethovens Welt» folgen. Das abschließende Lexikon ist als Erstes erschienen und liegt bereits seit 2008 vor. Dem jüngst veröffentlichten Band über Beethovens Vokalmusik und Bühnenwerke kommt insofern besondere Bedeutung zu, als diese Musik noch immer vielfach im Schatten der großen Instrumentalstücke steht.
Die Herausgeber Birgit Lodes und Armin Raab haben daher versucht, in Zusammenarbeit mit knapp zwanzig Autoren möglichst viele Perspektiven einzufangen. Das Liedschaffen wird zum Beispiel auch aus literaturwissenschaftlicher Sicht beleuchtet. Die frühen Lieder bespricht der Schubert-Herausgeber und Altmeister Walther Dürr. Ihm gelingt, wie den meisten Autoren, eine Balance zwischen Zusammenfassung des Forschungsstandes und originellen Detailbeobachtungen, die eine Handbuch-Lektüre braucht. So erklärt er anhand von «Adelaide», warum Beethoven mit der Metrik von Fünfhebern Schwierigkeiten hatte. Dem Wiener Kongress und seinen Auswirkungen auf die Musik ist ebenso ein eigenes Kapitel ...
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Opernwelt Dezember 2015
Rubrik: Hören, Sehen, Lesen, Seite 27
von Stephan Mösch
Die witzig verspielte Inszenierung von Richard Strauss’«Ariadne auf Naxos», die der deutsche Regisseur Aron Stiehl 2013 im Theater St. Gallen vorgestellt hat, ist in bester Erinnerung. Seine jüngste Arbeit in diesem Haus, sie gilt Giuseppe Verdis «Macbeth» in der auf Italienisch gegebenen Pariser Fassung von 1865, hält diese Höhe nicht; vor allem in der...
«Wenn nur die Rezitative nicht wären! Wer widerstünde der bleiernen Langeweile, die sie verbreiten?» In Richard Strauss’ «Capriccio» trifft der Graf einen wunden Punkt: Rezitative sind musikalisch weniger prägnant als die eigentlichen «Nummern». Das Problem ist so alt wie die Oper selbst. Bereits am Anfang des 17. Jahrhunderts verband man den «stile recitativo» mit...
Am Ende holt ihn der eigene Alptraum ein: Baculus liegt in seinem Blut, erschossen wegen eines angeblich gewilderten Rehbocks! Von einem Doppelgänger verfolgt fühlt sich der Schulmeister schon in der Ouvertüre, schlussendlich erliegt er wohl der eigenen Fantasie. Zwischen Anfang und Ende dieser lang ersehnten, seit 43 Jahren ersten Dresdner Neuproduktion des...
