Des Pudels Kernspaltung
Er ist der Mann für die tönende Zeitgeschichte, doch John Adams legt Wert darauf, keine «CNN-Opern» zu schreiben, auch wenn er schon «Nixon in China» zum Tanzen aufgefordert hat. Mit «The Death of Klinghoffer» brachte er einen Terrormord palästinensischer Extremisten an einem jüdischen US-Bürger auf die Bühne und sich selbst wegen vermeintlich antisemitischer Untertöne ins Kreuzfeuer amerikanischer Kritiker – der Streit trug ihm Absagen bereits vereinbarter Aufführungen an amerikanischen Opernbühnen ein.
Da passte es, dass er nach dem kalifornischen Erdbeben von 1994 mit «I was looking at the ceiling...» auch den gesellschaftlichen Erschütterungen in Amerika nachspürte. Schließlich widmete Adams den Opfern des 11. September mit «On the Transmigration of Souls», ein beklemmendes Requiem.
Und jetzt hat er den Tag zum Thema gemacht, an dem Amerika die Welt veränderte. In seiner dritten Oper «Doctor Atomic» geht es um den 16. Juli 1945, jenen Tag, an dem in Alamagordo die erste Atombombe gezündet wurde. Dieses Geschehen wird (mit ein bisschen Vorgeschichte) in reichlich drei Stunden musikalisch illuminiert. Im Opernhaus von San Francisco singt jetzt J. Robert Oppenheimer alias ...
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Im Foyer des Theaters an der Wien gleich neben dem Kartenbüro ist jenes Zimmer eingerichtet, in dem Beethoven wohnte, als er für den Direktor Schikaneder dessen Drama «Vestas Feuer» in Musik zu setzen suchte, und später, als er unter Schikaneders Nachfolger Zitterbarth am «Fidelio» für die Uraufführung des Werks im Jahre 1805 arbeitete.
Zweihundert Jahre danach bot...
