Der Weg ist das Ziel

Sánchez-Verdús erste abendfüllende Oper in Madrid

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Das Beste am Christentum sei, dass es Ketzer hervorgebracht habe, bemerkte der Philosoph Ernst Bloch einmal. Ob José Maria Sánchez-Verdú die Schriften Blochs kennt, sei hier dahingestellt. Doch eines haben der deutsche Denker, der bis zu seinem Tod 1977 mit Marx- und Engelszungen die Utopie einer im Diesseits erlösten Welt predigte, und der 1968 geborene spanische Komponist gemein: die Abneigung gegen jede Form der Ortho­doxie. Sánchez-Verdú deshalb zu einem politischen Postachtundsechziger zu erklären, wäre indes verfehlt.

Was ihn aus der Reserve lockt, ist eher poetischer, spiritueller Natur. Seit vielen Jahren beschäftigt sich Sánchez-Verdú mit jüdischer, christlicher und islamischer Mys­tik. Seine erste abendfüllende Oper «El viaje a Simorgh» («Reise zu Simorgh»), vom Madrider Teatro Real in Auftrag gegeben und dort jetzt uraufgeführt, ist das bislang komplexeste kompositorische Echo dieses Interesses: ein kontemplatives Stück in vierzehn Bildern, eher Oratorium als dramatische Ak­tion.
Hatte sich Sánchez-Verdú für die vor einem Jahr bei der Münchener Biennale aus der Taufe gehobene Kammeroper «GRAMMA (Jardines de la escritura)» von Texten der Antike und Renaissance inspirieren ...

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Opernwelt Juni 2007
Rubrik: Im Focus, Seite 18
von Albrecht Thiemann

Vergriffen
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