Der Vulkan aus dem Bidet

Palermo, D’Amico: Dannata Epicurea

Opernwelt - Logo

Wer aus geordneten deutschen Opernverhältnissen kommt, dürfte verblüfft, vielleicht sogar entsetzt sein über das, was die schlimmsten Vorurteile gegenüber südlichem Schlendrian bestätigt – und dann noch erstaunter, was in diesem chaotischen Umfeld trotzdem möglich ist. Es muss zum besseren Verständnis kurz beschrieben werden. Nehmen wir das Teatro Bellini in Palermo (nicht zu verwechseln mit dem Teatro Massimo Bellini, dem Opernhaus von Catania).

Das Kammertheater mit vier Rängen ist keine Schönheit, links oben in einer Feuerwand bereitet nur den ortsunkundigen Zuschauern ein erleuchtetes Fenster ein gewisses Befremden. Es gehört zu einer Küche, deren Köchin sich bisweilen interessiert herauslehnt und deren Düfte (und Geräusche) sich mitunter im Bühnenraum bemerkbar machen und der Szene einen surrealistischen Hauch verleihen – wenn in der jüngsten Uraufführung die aus virtuellen und dreidimensionalen Komponenten zusammengesetzte Szene nicht ohnehin schon reichlich surreal gewesen wäre.
So ungewöhnlich das Theaterchen Bellini in der Altstadt Palermos ist, so tragisch ist die Situation des Teatro Massimo, des Opernhauses, das diese Uraufführung ausrichtet. Nach der legendären, von ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2005
Rubrik: Panorama, Seite 52
von Dietmar Polaczek

Vergriffen
Weitere Beiträge
In Stalins Schatten

Braucht Moskau wirklich eine Inszenierung der «Lady Macbeth von Mzensk» im Bolschoi Theater, um den Wert dieses Stückes zur Debatte zu stellen? Dass das Meisterwerk des jungen Schostakowitsch selbst in Russ­land nicht mehr tabuisiert wird, haben eine konzertante Aufführung unter Mstislav Rostropowitsch und, noch deutlicher, eine szenische Aufführung im Jahr 2001 an...

Im Aufschwung

Die Stadt der Brauereien am Rand des Reviers, die in die nichtindustriell geprägte Landschaft Westfalens hineinlappt – sie besitzt ein Theater mit Geschichte. Vor einhundert Jahren wurde es eröffnet. Seit 1887 gibt es bereits das Philharmonische Orchester. Hier arbeiteten so namhafte Dirigenten wie Wilhelm Schüchter, Hans Wallat, Klaus Weise oder Marek Janowski....

Strauss: Der Rosenkavalier

Hier geht wirklich alles drunter und drüber. Menschen werden zu Puppen, Ausstellungsstücke zu Menschen, die Welt steht Kopf. Alles ein Traum. Soll so sein? Nicht E. T. A. Hoffmann ziert das Programm dieses Abends, sondern das Tandem Strauss-Hofmannsthal. Der Strauss-Zyklus des Essener Aalto-Theaters ist nun beim «Rosenkavalier» angekommen, und der überreicht seine...