Zandonai: I cavalieri di Ekebú

Triest

Opernwelt - Logo

Riccardo Zandonai stammte aus dem gebirgigen Trentino, was vielleicht seine Vorliebe für das frostige Sujet der «Cavalieri di Ekebú» erklären hilft. Selma ­Lagerlöfs schwedischer Nationalroman «Gösta Berling» erhielt seine Vertonung im Geiste des Verismo, jedoch in den überwältigenden Sphärenklängen des italienischen Expressionisten, der bereits mit dem Melodram «Francesca da Rimini» seine Kunst als exotischer Tonweltenschöpfer unter Beweis gestellt hatte.

Die Idee, mit dem handlungsarmen schwedischen Seelendrama – harte Kost für ein Belcanto-Publikum – festlich die Saison zu eröffnen, zeugt vom Mut des Triestiner «Teatro Verdi».
Obwohl er wie andere Kollegen – etwa das notorische Schwarzhemd Mascagni – dem faschistischen Regime nicht feindlich gegenüberstand, zeichnet sich Zandonai mit seiner Partitur von 1922 doch durch europäischen Weitblick aus: Die Musik brilliert mit Wagner’schen Leit­motiven, Debussy’schen Melodie­schat­tierungen und einer raffinierten Orchest­rierung à la Richard Strauss. Steven Mercurio am Pult arbeitet diese handwerk­lichen Feinheiten ohne jeden Schmelz heraus. Wohltuend: Es fehlt das kriegerisch-kraftmeierische Element des späten Puccini oder seines ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt Januar 2005
Rubrik: Kurz berichtet, Seite 56
von Birgit Pauls

Vergriffen
Weitere Beiträge
Gespensterstunde

Die Unterzeile, die bei der jüngsten Mannheimer Opernproduktion dem Originaltitel «Fidelio» beigegeben war, ließ aufhorchen. Sie lautete: «Beethoven op. 72 (1814) bei der NBC New York (1944) Toscanini Reminiszenz 2004». Ein klar verklausuliertes Signal, dass hier keine herkömmliche Auseinandersetzung mit einer klassischen Vorlage geplant war.
Bei seiner ersten...

Wagner: Parsifal

«Parsifal» in Koblenz: Nur die Nennung der Kombination des sehr kleinen Hauses mit dem sehr großen Werk könnte verschiedene Reaktionen wecken. Zu­nächst das unermüdliche Interesse der reisefreudigen Wagnerianer, die auch abseits der Opernzentren ihrer Passion frönen. Unglauben vielleicht, ob ein kleines Drei­spartentheater den «Parsifal» im engmaschigen Spielplan...

Jugendbilder der Stars

Seit 2002 hat auch das Münchner Label Arts Music seine Archiv-Reihe, in der unveröffentlichte Schätze aus Rundfunkarchiven und zu Unrecht Vergessenes aus den Katalogen verschollener Firmen im Mid-Price-Segment zugänglich gemacht werden. Verwendet werden grundsätzlich nur Originalbänder. Nach 24Bit-Digitalisierung ergeben sie ein erstaunlich klares, transparentes...