Und ihr?

Händel heute: Christof Loys Salzburger «Ariodante» und Tatjana Gürbacas Hallenser «Jephtha» verhandeln die Frage, wie moralisch Macht sein kann, Carlos Wagner illustriert in Göttingen «Lotario». Dirigentische Akzente setzen Gianluca Capuano und Christoph Spering

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Händels Heldinnen, die Mutterrollen ausgenommen, sind anders. Sie sind autarker, stärker, stolzer als all jene Besiegten, Verratenen und Verkauften, die Catherine Clément einst besang (und dies mit der steilen These verband, die Oper sei ein Ort, an dem die Vernichtung der Frau beinahe ritualhaft zelebriert werde). Sind erhaben wie Rodelinda, widerborstig wie Adelaide, durchgeknallt wie Atalanta, liebend bis in den (vermeintlichen) Tod wie Cleopatra und Iphis, tugendhaft-trotzig wie Ginevra.

Auch sie, die Tochter des schottischen Königs, zieht das bittersüße Ende einem Leben in Verachtung vor, wird aber, das lieto fine will es so, gerettet und fällt in die Arme Ariodantes (der 1735 von dem berühmten Kastraten Carestini gesungen wurde und späterhin, nachdem die Engel wider Willen abgetreten waren, ins Mezzofach wechselte). Ein naiver Ritter, dem nicht nur die Liebe der tugendhaften Jungfrau gilt, sondern zudem die Neigung des Herrschers.

Eine intrigante Finte – siehe Shakespeares «Much Ado About Nothing» – genügt, um das Gebäude der Eintracht zum Einsturz zu bringen. Wie gesellschaftlich brüchig es ist, zeigt Christof Loy in seiner hochkonzentrierten, politisch-intelligenten ...

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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Im Focus, Seite 6
von Jürgen Otten

Weitere Beiträge
Spielpläne Ausland Juli 2017

Argentinien

Buenos Aires
Teatro Colón

Tel. +54-1-382 23 89
www.teatrocolon.org.ar
– Strauss, Der Rosenkavalier: 18. (P), 21., 22., 23., 25.
ML: Pérez, I: Carsen, B: Steinberg, K: Reiffenstuel, S: Uhl/Holm, Rydl/Devebec, Holloway/Barrientos, Favaro/Silva

La Plata
Teatro Argentino

Tel. +54-221-429 17 32
www.teatroargentino.gba.gov.ar
– Le Grand Macabre: 14., 16., 21., 23.

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Der Strippenzieher

Der Film zeigt sein Lebenswerk. Kein Wunder, dass Toni Schmid ein wenig angespannt ist. «Ganz große Oper» heißt der Streifen, eine 90-minütige Hochglanzdokumentation über die Bayerische Staatsoper. Seit Anfang Juni läuft sie in rund 80 Kinos. Die Premiere beim Dok.Fest München fand auf der Bühne der Staatsoper statt. Das schafft nicht jeder.

Ein Bildband für die...

Mal ehrlich Juli 2017

Zu einem Auftritt an der Met habe ich’s nie gebracht. Ich glaube auch kaum, dass es noch dazu kommt. Macht nichts; wahrscheinlich kämen wir, die Met und ich, ohnehin nicht miteinander aus. Ich habe mir da das eine oder andere angesehen: Stets schien mir das Publikum sehr betagt und konservativ. Wer nicht schon nach ein paar Takten selig schlummerte, beschwerte sich...