Abgesoffen

Britten: Peter Grimes
Bonn | Oper

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Entwickelt sich die Karriere nicht wie erhofft, suchen die Stars nach Auswegen – Rolando Villazón schreibt Romane, José Cura dirigiert, beide inszenieren. Dass der Hype um Cura noch funktioniert, zeigt die Begeisterung des Publikums an der Oper Bonn, wo der einst voreilig zum «Tenor des 21. Jahrhunderts» hochgejubelte Sänger ein gern gesehener Gast ist. Jetzt hat er sich dort in Benjamin Brittens «Peter Grimes» erneut als Ich-AG präsentiert, indem er nicht nur in der Titelpartie debütierte, sondern auch noch für Inszenierung, Bühnenbild und Kostüme verantwortlich zeichnete.

Mit einem dem Wachturm in Brittens Aldeburgh nachempfundenen multifunktionalen Wohnhaus und historischen Kostümen auf der Szene geht es recht naturalistisch zu – und das kommt inzwischen wieder an. Angeklebte Seemannsbärte und ein echtes Fischerboot allein bürgen aber weder für Werktreue noch für Authentizität. In Bonn wirkt das so altbacken und bieder wie Curas harmlose Sicht auf Brittens abgründiges Meisterwerk. Sein Grimes ist kein Outcast, sondern ein introvertierter Eigenbrötler; die ihn mobbenden, in den Wahnsinn treibenden Bewohner des Boroughs geben sich als pittoreskes Völkchen, das sich zum aufkommenden ...

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Opernwelt Juli 2017
Rubrik: Panorama, Seite 36
von Uwe Schweikert

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