Der Maler und seine Frauen
Richard Gill, Dirigent der neuen Oper «Rembrandt’s Wife» von Andrew Ford, gab vor der Uraufführung zu Protokoll, er finde es sehr «erfrischend, dass dieses Werk eines australischen Komponisten kein australisches Sujet behandelt». Das war durchaus schmeichelhaft gemeint. Denn wirklich liegen den meisten in Australien entstandenen Opern Themen zugrunde, die in Europa wurzeln.
Jedes Kunstwerk bedarf einer metaphorischen Dimension, doch eine Oper braucht neben poetischen Momenten auch ein logisches dramaturgisches Gerüst. Der Text ist ein entscheidender Faktor.
Fords Librettistin Sue Smith, eine erfahrene Autorin von TV-Drehbüchern, hat dem Komponisten eine Serie locker gefügter Episoden über den großen Maler geliefert, dem Ganzen fehlt dramatische Durchschlagskraft. Nur ein Komponist mit Theaterblut hätte daraus Funken schlagen können. Ford gehört leider nicht zu dieser Spezies, und sein pauschaler, an der englischen Tradition orientierter Stil ist kaum geeignet, die Defizite in der Handlungsführung wettzumachen.
Gleichwohl hat sich die neu formierte Victorian Opera in Melbourne hohes Lob verdient, nicht nur für die «Rembrandt»-Premiere selbst, sondern auch für die Entscheidung, ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Kürzlich hat der Bundesverband der Musikindustrie (IFPI Deutschland) seinen Wirtschaftsbericht 2008 veröffentlicht. Zahlen, die der Branche – zumal den vier verbliebenen Großkonzernen (EMI, Sony, Universal, Warner) – wenig Freude bereiten: Die Einnahmen aus dem Verkauf von Tonträgern sind weiter gesunken – in Deutschland gegenüber dem Vorjahr um vergleichsweise...
Bei der Wahl seiner Gastsänger hatte das Würzburger Theater eine glückliche Hand. Der aus Irland stammende Paul McNamara lieferte ein überzeugendes Rollendebüt als Tannhäuser. Zu Recht gefeiert wurden bei der Premiere auch Heiko Trinsinger als ein Wolfram mit Gesangskultur und Durchschlagskraft, Stephan Klemm als souveräner Landgraf (er hat hörbar an Volumen und...
Vor Kurzem bewegte sich Dirk Bach noch zwischen Kakerlaken und Känguruhoden. Dass der Kölner Comedian mit der barocken Figur und dem Hang zum trashigen Humor viel mehr kann, als das RTL-Dschungelcamp mit allerlei Hüten und Zoten zu dekorieren, zeigte das langjährige Ensemblemitglied des Kölner Schaupielhauses am Berner Stadttheater in Brittens «A Midsummer Night’s...
