Der Kulturarbeiter
Peter Sellars, das Enfant terrible, Peter Sellars, der Provokateur: Lang ist’s her. Der amerikanische Regisseur, der in den achtziger Jahren mit seinen Inszenierungen von «Don Giovanni», «Così fan tutte» und «Le nozze di Figaro» verstörte, polarisierte, faszinierte und international berühmt wurde, agiert heute eher aus dem Hintergrund. Es ist stiller um ihn geworden, andere Namen setzen jetzt die Trends in der Regieszene. Sellars ist längst etabliert und stößt keinen mehr vor den Kopf.
Dass der Theatermacher, der sich gleichermaßen mit Oper wie mit Schauspiel auseinander setzt und Theater immer als politisch und unlösbar mit unserer politischen Realität verbunden begreift, dabei alles andere als eine Zeiterscheinung mit kurzem Verfallsdatum ist, bestätigt die Textsammlung «Peter Sellars – Amerikanisches Welttheater», herausgegeben von Gottfried Meyer-Thoss. Das Phänomen Sellars als theaterbesessener, hochmusikalischer Analytiker, der die von ihm erarbeiteten Werke stets in einen akribisch recherchierten historischen und (sozial-)politischen Kontext stellt, setzt sich in den Texten von Maria M. Delgado, Ivan Nagel, Edward W. Said, Hermann Beil, Toni Morrison sowie in Interviews mit ...
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Ernest Blochs einzige Oper «Macbeth» ist ein Jugendwerk des später vor allem durch seine hebräische Rhapsodie «Schelomo» bekannt gewordenen Komponisten. Das Libretto von Edmond Fleg hält sich eng an die Vorlage von Shakespeares Tragödie. Selbst bei Verdi gestrichene Passagen wie die groteske Szene des betrunkenen Pförtners und den Gräuelmord an Macduffs Frau und...
Der Blick fällt in eine weite Halle, deren Tiefe sich ins Endlose zu erstrecken scheint. Feldbetten, eine Waschgelegenheit, Tische, Bänke und vor allem: zahllose gleichförmige Lampen, deren geometrisch ausgerichtete Reihen die großen Raumdimensionen noch unterstreichen. Allein diese Verhältnisse deuten schon auf die Monotonie des Alltags. Pierre Strosser verzichtet...
Glücklicher Kalaf: Er hat nur drei Rätsel zu lösen und darf sich danach am Ziel wähnen. Armer Zuschauer: Er wird in Günter Krämers neuer «Turandot»-Inszenierung mit Rätseln zugeballert und ist am Ende keineswegs aufgeklärt. Unterstellen wir mal, dass sich Krämer vieles genau überlegt hat. Doch ächzt diese Aufführung bis zum Schluss unter der Fülle ungelöst...
