Der enthüllende Blick
Als die dreizehnjährige Ballettschülerin Edith Aptowitzer am 14. März 1938 zum Unterricht in die Staatsoper will, tritt ihr ein Pförtner in den Weg. «Juden kommen hier nicht rein», erklärt er. Die heute 83-Jährige schildert den Vorfall mit stockender Stimme bei der Pressekonferenz zur Ausstellung der Wiener Staatsoper «70 Jahre danach – Täter, Opfer, Zuschauer». Am 12.
März 1938 waren die Hitler-Truppen in Österreich einmarschiert und hatten in der Folge eine geradezu delirische Volksraserei ausgelöst, die der nach Wien vertriebene ehemalige Generalintendant der Deutschen Oper Berlin Carl Ebert in einem Brief so beschrieb: «Als wir mit Caspar Neher die Oper verlassen, schlägt uns wilder Jubel entgegen: Schreiende, singende Menschen, sie strecken einander die Hände ins Gesicht mit dem gebrüllten Gruß, der sie zu berauschen scheint, stehen auf den Trittbrettern sinnlos rasender Autos, schwingen Papierfähnchen mit dem brutalen kabbalistischen Zeichen – wo kommen so plötzlich diese Tausenden von Fähnchen her?» Später freilich wollte keiner so ein Hakenkreuzfähnchen geschwungen haben, ja überhaupt dabei gewesen sein.
Unter den damals Vertriebenen, Zwangspensionierten und Verfolgten ...
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Es waren starke Worte, die die Hamburger anno 1728 von der Bühne ihres Opernhauses zu hören bekamen: «Adel ohne Tugend Zier / kommt mir wie ein Storchnest für. / Denn auf hoher Bäume Wipfeln / und der höchsten Häuser Gipffeln / hat der Storch zwar sein Quartier / Übrigens hingegen tauget / gar zu nichts das ganze Tier.» Deutlicher als in dieser Arie des Rates...
Lange hatte man nichts gehört vom Meisterregisseur. Seit dem Weggang aus Hamburg war Peter Konwitschny abgetaucht, (fast) nur noch für Wiederaufnahmen seiner Inszenierungen durch die Lande gereist. Nun ist er wieder da. Mit Beginn der Spielzeit 2008/09 wird Konwitschny Chefregisseur an der Oper Leipzig. Sein Vertrag hat eine Laufzeit von sechs Jahren, und gleich...
Ein unbekannter Ritter hat beim Turnier von Ashby den als unbesiegbar geltenden Briano geschlagen. Nun erwartet er den Lorbeerkranz, überreicht von der schönen Rovena. Briano unterlag, weil er einen Augenblick lang abgelenkt war, als er die schöne Jüdin Rebecca im Publikum erblickte. In sie ist er verliebt, seit er sie in Palästina sah. Prompt beginnen die...
