Denkbilder

Romeo Castellucci startet sein «Ring»-Projekt in Brüssel mit einem poetisch durchwirkten «Rheingold», Alain Altinoglu serviert keine narkotischen Wagner-Klänge

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Für das immer heikle Ende, den von schlimmstem Des-Dur-Dröhnen begleiteten Einzug der Götter in ihr neues, so teuer erkauftes Heim Walhall, findet Romeo Castellucci, der für Regie, Ausstattung und Licht verantwortlich zeichnet, ein verblüffend einleuchtendes Bild: Wotans Gesellschaft, in weiß wallenden Sektengewändern, tritt nacheinander an ein großes schwarzes Loch in der Bühnenmitte und lässt sich nach kurzer Besinnung rücklings hineinfallen; einfach weg. Keine schlechte Lösung, das Geschehen mutet ohnehin zunehmend kosmisch an.

Es gibt, im ersten Teil des neuen «Ring» an Brüssels Théâtre de la Monnaie, noch andere seltsame Zeremonien zu bestaunen, und manches bleibt einfach rätselhaft: ein schwebender Plastikstuhl, ein kopfloser Buddha, ein krachend vom Himmel stürzendes Riesenkrokodil (als Fafner Fasolt erschlägt, der erste Mord in diesem Krimi), eine bestimmt ausgefuchste Semantik von Schwarz und Weiß, nun gut. Stark auch der Anfang: Noch bevor das epochale Kontra-Es den Beginn von allem und den Anfang vom Ende dieser Welt imaginiert, dreht sich ein Ring wie ein überdimensionierter metallischer Hula-Hoop-Reifen im Halbdunkel, erst langsam, dann scheppernd immer schneller, ...

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Opernwelt Dezember 2023
Rubrik: Im Fokus, Seite 5
von Holger Noltze

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