Den Gott mir nahm
Von den komponierenden Söhnen Johann Sebastian Bachs hat es Johann Christoph Friedrich, der zweitjüngste, nur zu bescheidener Anerkennung gebracht. 1750 trat der gerade 17-Jährige als Cembalist und Kammermusiker in den Dienst des im niedersächsischen Bückeburg residierenden Grafen Wilhelm zu Schaumburg-Lippe, wurde dort 1759 Konzertmeister und begnügte sich mit dieser Nischenexistenz in dem verschlafenen Duodezfürstentum bis zu seinem Tod 1795.
Aus seinem umfangreichen Schaffen ragen zwei Oratorien sowie geistliche und weltliche Kantaten auf Texte Johann Gottfried Herders hervor, der, bevor er sich in Weimar niederließ, von 1771 bis 1776 als Hofprediger und Konsistorialrat in Bückeburg wirkte. Die beiden Männer scheinen sich in ihren künstlerischen Anschauungen gut verstanden zu haben: «Sprechen, handeln, rühren, fortsprechen, nur dem Geiste und Umriss des Dichters folgen», war nach Herders Überzeugung die Aufgabe des einen Text vertonenden Musikers – Bach folgte ihr. Es war die Zeit der Empfindsamkeit und des Sturm und Drang. Der schwärmerische Ton wie die emotionale Erregung klingt in der «geistlichen Galanterie» der beiden 1773 auf Libretti Herders entstandenen Oratorien, der ...
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Opernwelt März 2023
Rubrik: CDs, DVDs und Bücher, Seite 30
von Uwe Schweikert
Ihr Glanz und ebenso ihr Elend ist hinreichend, mit staunenswerter Grandezza beschrieben worden. Und nicht erst im gleichnamigen Roman warf Honoré de Balzac im Frankreich des Bürgerkönigs Louis-Philippe, der nach der Julirevolution 1830 auf den Thron gespült worden war, einen liebevoll-strengen, zugleich zarten Blick auf die Kurtisanen von Paris. Schon im parallel...
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Im Zug höre ich oft Musik, die bisher an mir vorübergezogen ist. Neulich: Rameaus «Castor und Pollux». Als Télaïres Lamento «Tristes apprêts» begann – da war es aus mit mir. Außerdem liege ich immer (sic!) wimmernd auf dem Boden (egal wo), sobald es im «Figaro» «Contessa, perdono …» heißt.
Wo würden Sie ein Opernhaus...
Meerjungfrauen tauchen (im wahrsten Sinne des Wortes) wohl in fast allen Volksmythen auf. Während es sich bei der ersten (unserem heutigen Nixenbild entsprechenden) Meerjungfrau um die syrische Göttin Atargatis (aramäisch: Atar'ata) handelt und wir in Deutschland die Figur der Undine kennen, ist Rusalka als Wassernixe in der slawischen Mythologie verankert....
