Dekonstruktion als Konstruktion
Man wüsste es ja wirklich gern, was den Zauber der Musik ausmacht, von dem alle sprechen. Fredrik Zeller auch, sagt er zumindest. Magie und Musik will er kombinieren und hat darum ein «Musiktheater» geschrieben – wie sich in letzter Zeit die neuen Werke für die Opernbühne gern nennen –, das den schönen Titel «Zaubern» trägt. Es wurde als Auftragskomposition der Schwetzinger Festspiele im Rokokotheater uraufgeführt. Eine nacherzählbare Geschichte hat sich der Lachenmann-Schüler als sein eigener Librettist natürlich nicht ausgedacht.
Als roter Faden führt die Figur eines Magiers durch fünf Szenen, die sonst dramaturgisch nicht zusammenhängen. Es beginnt mit dem «Gescheiten Hans», einem Märchen der Brüder Grimm. Hans ist ein tumber Kerl. Er braucht für alles, was er in der Welt Neues entdeckt, von seiner Mutter eine Gebrauchsanweisung. Prompt wendet er diese auf alle anderen Situationen an und scheitert so kläglich: Eine Nadel soll Hans sich an den Ärmel stecken, damit sie nicht verloren geht. Das Nächste, was ihm seine Freundin Gretel jedoch schenkt, ist ein Messer, und er sticht sich damit – folgsam Kind – in den Arm. Was dieser hochkomplizierte Text über Sprache und Verstehen, über ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Restauration oder Revolution, das ist hier, gleichsam als Fallbeispiel für die Gattung, die Frage: Glaubt man Heinrich Heine, der Leben und Werk seines Zeitgenossen Gioacchino Rossini mit großem Interesse verfolgte und kommentierte, dann lässt sich Ersteres aus der Musik des genialischen Italieners heraushören; neigt man hingegen der Ansicht Antonio Amores zu, dann...
Eine Frau wird zur Erlebnisbaustelle. Das hängt zum einen mit der kniffligen Situation zusammen, in der sie sich befindet: Sie ist gallische Druidenpriesterin und hat zwei uneheliche Kinder von einem Römervater, der nun überlegt, sich mit einer anderen davonzumachen. Zum anderen hat diese Frau jede Menge komplizierter Töne vor der Brust, weswegen die Zahl derer,...
Neben zwei deutschen, einer russischen und einer englischen Oper sind in diesem Rundblick über neue DVD-Veröffentlichungen von Raritäten des Spielplans fünf französische Bühnenwerke vertreten, aber keine einzige italienische Oper! Da scheint es fast, als gäbe es, was das Musiktheater jenseits des Rheins und seine Dokumentation angeht, großen Nachholbedarf, aber...
