Eisenach, Mozart: Die Zauberflöte
In Eisenach gibt es keine Zauberflöte in der «Zauberflöte». Zwar muss dort drastisch gespart werden, doch in diesem Fall steckt eine Absicht dahinter, wenn das Instrument durch eine Partitur ersetzt wird. Peter Konwitschnys inzwischen weithin anerkannte Meisterschülerin Vera Nemirova hat in ihrer Deutung auch sonst einiges verblüffend «anders» gemacht. Sie beginnt vor der Ouvertüre mit einem Sänger-Casting.
Wenn sie dabei die amüsante Künstlereitelkeit mit der Alltagserfahrung vergeblicher Vorstellungsgespräche überblendet, dann gewinnt die Szene jene Balance zwischen Komik und Ernst, die zum Markenzeichen einer Produktion wird, bei der sogar der bereits weggesparte Chor zu einem makaber witzigen Inszenierungsbestandteil wird. Ein alter Mann mit einem «Chor»-Schild um den Hals oder ein alter Plattenspieler «kommentieren» die Bandeinspielung – am Ende übernehmen dann sogar die Protagonisten diesen Part.
Zuvor flieht Tamino nicht vor einem Ungeheuer, sondern vor der Schlange von Bewerbern, die ihm seine Startnummer 1 neiden. Die Königin der Nacht (mit sicherer Höhe: Alexandra Lubchansky) ist eine blinde Diva, die zwar einen hochtheatralischen Auftritt auf einer kleinen Extra-Bühne ...
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