«Das Theater braucht den Agenten»

Die Opera Managers Association International ist ein Verein, zu dem sich in der Corona-Krise zahlreiche Agenturen aus allen großen westlichen Nationen zusammengeschlossen haben. MARKUS LASKA, Künstlermanager und Kommunikationsdirektor der OMAI, erklärt, welche Ziele man erreichen will

Opernwelt - Logo

Herr Laska, Agenturen sind normalerweise Konkurrenten um die Aufmerksamkeit von Theatern, Dirigenten, Regisseuren einerseits und guten Künstlern andererseits. Wie kommt man da auf die Idee, sich zusammenzuschließen?
Als im vergangenen März die ersten Absagen kamen, fühlten sich viele plötzlich sehr auf sich selbst gestellt, weil ihre Künstler von heute auf morgen nichts mehr verdienten und sie selbst damit auch nicht. Erst über die sozialen Netzwerke erfuhren manche, dass einzelne Theater Kulanzzahlungen für ausgefallene Vorstellungen anbieten.

Daraus entstand die Idee, sich in Zukunft regelmäßig über Erfahrungen mit Theatern wie mit Künstlern auszutauschen. Es gibt noch immer Länder, in denen keinerlei Ausfall gezahlt wird, etwa im osteuropäischen Raum und in Italien. In Deutschland zahlen die meisten Theater mittlerweile zwischen 20 und 30 Prozent der entgangenen Gage, aber nur bis zu einer Obergrenze, die relativ niedrig liegt. In Frankreich und Skandinavien sind es oft 40 oder 50 Prozent, an manchen Theatern sogar 100. Das hat auch damit zu tun, dass es in Frankreich mit der AFAA (Association Française des Agents Artistiques) bereits einen Zusammenschluss gab, dem inzwischen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt April 2021
Rubrik: Im Focus, Seite 30
von Michael Stallknecht

Weitere Beiträge
Müde Recken

Krasnojarsk ist 3.500 Kilometer von Moskau entfernt und zählt mehr als eine Million Einwohner. Es liegt an den nördlichen Ausläufern des Ostsajan, eines Gebirges, dessen landschaftliche Schönheit einen Vergleich mit den Alpen nicht zu scheuen braucht, und am Ufer des Jenissej, den schon Anton Tschechow als schönsten Fluss Russlands bezeichnete. Gleichviel: Die...

Apps and Downs

Es ist schon lange kein Geheimnis mehr, dass die Digitalisierung auch in der analogen Welt der Klassik Einzug hält. Apps, die Notentexte digital darstellen und immer bessere Interaktion mit dem elektronischen Material ermöglichen, schießen aus dem Boden: «forScore», «Newzik», «nkoda», «Piascore», «PlayScore», «Enote», «ScorePad», «PhonicScore» ... Immer mehr...

Ein kleines Wunder

Die Lage ist ernst. Sie ist so ernst, dass die viel zitierten Verse des Dichter Heine einem in den Sinn treten, obschon in paraphrasierter und anders konnotierter Form. «Denk ich an Deutschland in der Nacht, / bin ich um den Schlaf gebracht !» So könnte man ausrufen, wenn man sich ein Bild von der musikalischen Bildung in diesem Land macht, oder besser müsste man...