Das Stück schreiben wir selbst!
Kinderoper, das kann zweierlei sein: eine Oper für Kinder, aber auch eine Oper von Kindern gemacht. In Berlin, wo das Angebot für den Publikumsnachwuchs groß ist, gibt es beide Versionen in starker Ausprägung. Die Komische Oper hat sich mit ihren Produktionen für Kinder einen sicheren Ruf erworben: Fast immer handelt es sich bei den Stücken um Auftragswerke des Hauses, immer wird im großen Saal gespielt.
An der Staatsoper wird hingegen Oper von Kindern angeboten – wobei die Grenzziehung sanft verläuft: Bei den Produktionen der Komischen Oper wirkt immer der starke Kinderchor des Hauses mit, und bei den «Kinderopernhäusern» der Staatsoper will man immer auch Oper für die Jüngsten machen. Und doch steht dort im Vordergrund, dass Kinder selbst auf der Bühne stehen, dass sie durch die eigene Mitwirkung erleben, was Musiktheater sein kann, dass sie Erfahrungen machen, die wichtig sein können für ihr Leben: Das reicht vom Singen und deutlichen Sprechen bis hin zu sozialen Kompetenzen wie die Fähigkeit zu gemeinschaftlichem Arbeiten und zum Diskutieren. Denn die Stücke werden meist selbst entwickelt – bei oft mehr als 20 kindlichen Mitwirkenden muss da ein gemeinsamer Nenner gefunden ...
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Opernwelt September-Oktober 2025
Rubrik: Magazin, Seite 92
von Clemens Haustein
Sie singen und spielen im «Hotel Metamorphosis», dem Vivaldi-Pasticcio der Salzburger Festspiele, mit großem Aplomb Juno und Minerva. Macht es Spaß, Diva zu sein?
Natürlich! Ich fand es aber anfangs ungewöhnlich, so dominant zu sein. In einer Szene muss ich mit Cecilia Bartoli quasi singend kämpfen. Ich liebe und verehre sie, sie ist meine große Inspiration. Ich...
Alfredo, Duca, Rodolfo, die typischen Hits eben. Traditioneller, konventioneller, abgegriffener geht es kaum, möchte man meinen. Wobei die Tenöre Liparit Avetisyan und Kévin Amiel wenigstens ehrlich sind. Während sich mancher Kollege umständlich bis krampfig in Randbereichen des Repertoires tummelt, um bei Experten und Nerds Aufmerksamkeit zu erregen, setzen die...
Existenziell
Von ihm stammt einer der schönsten Sätze über das Handwerk: «Ich werde komponiert.» Damit distanziert sich Helmut Lachenmann zwar nicht von der auktorialen Künstlerfigur, aber er schreibt dem, was erklingt, der Musik, die unumschränkte Herrschaft zu, auch als gesellschaftsverändernde Kraft. Nun wird einer der letzten Großen der Zunft 90. Grund genug...
