«Das Schönste ist der Wechsel»
Frau Marciniak, was fällt Ihnen leichter – an Gott zu glauben oder an die Ideale der Französischen Revolution?
Oh, was für eine Frage! (überlegt eine Weile) Ich denke, beide Ideen sind verlockend, da es eine menschliche Notwendigkeit gibt, an irgendetwas zu glauben. Der Gottesglaube hilft uns, gewisse Dinge unserer Existenz besser zu akzeptieren. Und die Ideale der Französischen Revolution finde ich deswegen interessant, weil sie so modern und also präsent sind.
Wir streben ja nach wie vor nach einer Form von Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, und es ist wirklich wichtig, in einer Gemeinschaft zu leben, die es uns zugleich ermöglicht, individuell zu sein, nach Erfolg und Spaß zu suchen und uns unserer Arbeit zu widmen. Zugleich fehlt etwas Grundlegendes. Denn es war das Leben in der Gemeinschaft, welches uns den Sinn unseres Lebens gab, die Möglichkeit, die gleichen Ideen und Werte zu teilen. Darin sind sich beide Ideale doch ähnlich.
Vergleichen wir beide Glaubensgrundsätze noch einmal konkret miteinander: Die Ideale der Französischen Revolution sind ja viel konkreter als Gott, der nur ein Begriff ist, eine Idee, eine Entität, deren Existenz wir weder beweisen noch ...
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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Interview, Seite 62
von Jürgen Otten
Herr Behle, was haben Sie gelernt nach Ihrer ersten Operette?
Der wichtigste Punkt war wohl: Was kann ich einem Orchester zutrauen, wenn die Probenzeit begrenzt ist? Wie bekomme ich mit möglichst geringem Aufwand das zu hören, was ich möchte? Das betrifft auch Tempiwechsel oder Rhythmusänderungen, die beim Einstudieren viel Zeit brauchen. Vom Studium her waren wir...
Nicht einmal der Elefant befand sich im Raum. Weil man Markus Hinterhäuser ja in diesem Sommer ständig und überall sehen oder persönlich begegnen konnte. Auf der Hofstallgasse vor den Festspielhäusern, in den Spielstätten selbst, wo der geschasste Intendant naturgemäß nicht seinen Stammplatz einnahm, einmal sogar auf der Mozarteum-Bühne, wo er allen Erwartungen...
JUBILARE
Julia Varady gab ihr Debüt 1962 an der Ungarischen Staatsoper Cluj, wo sie beispielsweise als Orpheus in Glucks «Orfeo ed Euridice» und Fiordiligi in Mozarts «Così fan tutte» auf sich aufmerksam machte. Christoph von Dohnányi holte die Sängerin 1970 – sie hatte inzwischen den Wechsel ins Sopranfach vollzogen – an die Frankfurter Oper. 1971 wurde Varady bei...
