Das Spiel vom Leben und vom Tod

Höhen und Tiefen bei den Salzburger Festspielen: Romeo Castellucci und Maxime Pascal holen Messiaens «Saint Françoise d’Assise» vom Sockel, Christof Loy und Joana Mallwitz beleben Mozarts «Così», Adam Fischer bringt in dessen Jugendoper «Lucio Silla» die Puppen zum Tanzen. Gabriela Carrizo und Teodor Currentzis nähern sich Bizets «Carmen», Ersan Mondtag scheitert an Strauss’ «Ariadne auf Naxos»

Opernwelt - Logo

Nicht einmal der Elefant befand sich im Raum. Weil man Markus Hinterhäuser ja in diesem Sommer ständig und überall sehen oder persönlich begegnen konnte.

Auf der Hofstallgasse vor den Festspielhäusern, in den Spielstätten selbst, wo der geschasste Intendant naturgemäß nicht seinen Stammplatz einnahm, einmal sogar auf der Mozarteum-Bühne, wo er allen Erwartungen trotzte und tatsächlich wie geplant als Pianist auftrat, um Matthias Goerne zu begleiten, und dies ausgerechnet bei Franz Schuberts Endzeitzyklus: «Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus» – die «Winterreise» in dieser Situation als einer der besten Festspielwitze anno 2026. Die Reaktion des Publikums war erwartbar: Standing Ovations.

Messiaen: Saint François d’Assise
Und dann begegnet uns Hinterhäuser auch im Programmheft – in der Schlusspassage eines Interviews, das Romeo Castellucci gegeben hat: «Die Produktion von ‹Saint Fran-çois d’Assise› ist gewissermaßen verwaist und musste ohne die Präsenz jenes Mannes auskommen, der sie sich gewünscht und sich für sie eingesetzt hat», lässt da der Regisseur wissen. Und wird deutlich: «Oper der Arroganz einer kleinkarierten Politik, welche der Kultur die Flügel stutzen ...

Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo

Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
  • Alle Opernwelt-Artikel online lesen
  • Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
  • Lesegenuss auf allen Endgeräten
  • Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt

Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen

Digital-Abo testen

Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Markus Thiel, Walter Weidringer

Weitere Beiträge
Gesamtkunstwerk

Unter drei, vier Minuten ging es nicht. Und manchmal dauerte es noch länger, bis sich das Publikum beruhigt hatte. Nach Don Giovannis «Champagner-Arie» passierte das regelmäßig, besonders aber nach dem großen Monolog eines verzweifelten Königs. Unvergessen, wie Ruggero Raimondi einst in den Resten von Otto Schenks Münchner Inszenierung von Verdis «Don Carlo» im...

Manifest der Vieldeutigkeit

Bis heute übt Johann Wolfgang von Goethes «Erlkönig» eine große Faszination auf Komponisten aus. Etwa 40 Vertonungen der Ballade hat die Pianistin Doriana Tchakarova identifiziert, dreizehn davon (die jüngste stammt vom 1967 geborenen Stefan Schulzki) hat sie nun mit dem Bariton Johannes Held aufgenommen. Was reizt zur musikalischen Gestaltung? Die Dramatik des...

Einfach nur magisch

Tja, so ist das, wenn Götter in Liebe (oder besser: in das, was sie darunter verstehen) entbrennen. Schwierig ist’s und ziemlich kompliziert. Vor allem dann, wenn diese Götter, um von sich selbst abzulenken, wie aus dem Nichts, verkleidet und geschlechtsverwandelt vor dem Subjekt ihrer ungeheuer -lichen erotischen Begierden auftauchen. So wie unser Freund Jupiter...