Das Spiel vom Leben und vom Tod
Nicht einmal der Elefant befand sich im Raum. Weil man Markus Hinterhäuser ja in diesem Sommer ständig und überall sehen oder persönlich begegnen konnte.
Auf der Hofstallgasse vor den Festspielhäusern, in den Spielstätten selbst, wo der geschasste Intendant naturgemäß nicht seinen Stammplatz einnahm, einmal sogar auf der Mozarteum-Bühne, wo er allen Erwartungen trotzte und tatsächlich wie geplant als Pianist auftrat, um Matthias Goerne zu begleiten, und dies ausgerechnet bei Franz Schuberts Endzeitzyklus: «Fremd bin ich eingezogen, fremd zieh ich wieder aus» – die «Winterreise» in dieser Situation als einer der besten Festspielwitze anno 2026. Die Reaktion des Publikums war erwartbar: Standing Ovations.
Messiaen: Saint François d’Assise
Und dann begegnet uns Hinterhäuser auch im Programmheft – in der Schlusspassage eines Interviews, das Romeo Castellucci gegeben hat: «Die Produktion von ‹Saint Fran-çois d’Assise› ist gewissermaßen verwaist und musste ohne die Präsenz jenes Mannes auskommen, der sie sich gewünscht und sich für sie eingesetzt hat», lässt da der Regisseur wissen. Und wird deutlich: «Oper der Arroganz einer kleinkarierten Politik, welche der Kultur die Flügel stutzen ...
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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 4
von Markus Thiel, Walter Weidringer
Unter drei, vier Minuten ging es nicht. Und manchmal dauerte es noch länger, bis sich das Publikum beruhigt hatte. Nach Don Giovannis «Champagner-Arie» passierte das regelmäßig, besonders aber nach dem großen Monolog eines verzweifelten Königs. Unvergessen, wie Ruggero Raimondi einst in den Resten von Otto Schenks Münchner Inszenierung von Verdis «Don Carlo» im...
Bis heute übt Johann Wolfgang von Goethes «Erlkönig» eine große Faszination auf Komponisten aus. Etwa 40 Vertonungen der Ballade hat die Pianistin Doriana Tchakarova identifiziert, dreizehn davon (die jüngste stammt vom 1967 geborenen Stefan Schulzki) hat sie nun mit dem Bariton Johannes Held aufgenommen. Was reizt zur musikalischen Gestaltung? Die Dramatik des...
Tja, so ist das, wenn Götter in Liebe (oder besser: in das, was sie darunter verstehen) entbrennen. Schwierig ist’s und ziemlich kompliziert. Vor allem dann, wenn diese Götter, um von sich selbst abzulenken, wie aus dem Nichts, verkleidet und geschlechtsverwandelt vor dem Subjekt ihrer ungeheuer -lichen erotischen Begierden auftauchen. So wie unser Freund Jupiter...
