«Ich mag die Opulenz»

Eigentlich hat er genug zu tun: singt Oper und Lied, produziert Platten und stöbert dafür durchs Dickicht am Rand des Repertoires. Daniel Behle genügt dies aber nicht: Er komponiert auch noch Operetten. Ein Gespräch über Richard Wagner, «Liebhaber-imSchrank»-Humor, übertriebene Eingriffe in vorhandene Partituren und den Einsatz von KI-Orchestern

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Herr Behle, was haben Sie gelernt nach Ihrer ersten Operette?
Der wichtigste Punkt war wohl: Was kann ich einem Orchester zutrauen, wenn die Probenzeit begrenzt ist? Wie bekomme ich mit möglichst geringem Aufwand das zu hören, was ich möchte? Das betrifft auch Tempiwechsel oder Rhythmusänderungen, die beim Einstudieren viel Zeit brauchen. Vom Studium her waren wir geeicht darauf, möglichst komplex und kompliziert zu schreiben, um visuell schon mit dem Anblick der Partitur zu beeindrucken, da eine Aufführung vielleicht gar nicht möglich beziehungsweise geplant war.

Rein pragmatisch, aus der Sicht eines Repertoirebetriebs völliger Unsinn. Das Material muss möglichst ohne Fehler und gut zu lesen sein – gerade, wenn man etwas Tonales anstrebt. Fühlt sich dazu das Orchestermitglied in der musikalischen Logik und mit seinem Instrument verstanden, ist die Stimmung gut, und es wird besser musiziert.

Wie weit reicht die Idee zum «Schmetterling» zurück? Und wie leicht schreibt es sich ohne konkreten Auftrag?
Für mich ist es wirklich eine Entdeckung, Musiktheater zu schreiben. Ich habe immer sehr viele Ideen und spontane Einfälle für Text und Melodie, die dort über einen längeren Zeitraum ...

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Opernwelt September/Oktober 2026
Rubrik: Interview, Seite 86
von Markus Thiel

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