«Das Publikum liebt es»
Herr Pappano, die neue Spielzeit der Accademia Nazionale di Santa Cecilia in Rom startet am 18. Oktober mit «Elektra». Es ist Ihre letzte Spielzeit als Musikalischer Direktor der Accademia. Warum haben Sie gerade diese Strauss-Oper für die Spielzeiteröffnung ausgesucht?
Ich hätte die «Elektra» an Covent Garden dirigieren sollen, aber wir mussten sie aufgrund der Pandemie absagen. Wenn ich mit Santa Cecilia eine konzertante Oper gemacht habe, waren es vor allem Opern aus dem italienischen Repertoire.
Meine Musiker, die mehrheitlich Italiener sind, sollten ihre Geschichte kennen. Musikalisch gesehen ist das in Italien natürlich die Oper. Ich habe in diesen vielen Jahren Puccinis «Turandot» gemacht, Verdis «Aida» und Dallapiccolas «Il prigioniero». Und diesmal habe ich gesagt: Ich möchte gerne eine Oper machen, die ich liebe. In London habe ich «Elektra» dreimal an andere Dirigenten abgegeben. Diesmal wollte ich das selbst übernehmen. In den nächsten 18 Monaten werde ich diese Oper also zweimal machen. Einmal in Rom und einmal in Covent Garden – endlich.
Was ist für Sie die Essenz der «Elektra»?
Das Zurückgehen in der griechischen Geschichte. Diese perverse Familie. Es ist eine ...
Weiterlesen mit dem digitalen Monats-Abo
Sie sind bereits Abonnent von Opernwelt? Loggen Sie sich hier ein
- Alle Opernwelt-Artikel online lesen
- Zugang zur Opernwelt-App und zum ePaper
- Lesegenuss auf allen Endgeräten
- Zugang zum Onlinearchiv von Opernwelt
Sie können alle Vorteile des Abos
sofort nutzen
Opernwelt September/Oktober 2022
Rubrik: Magazin, Seite 82
von Katharina Stork
Wann haben Sie zuletzt in der Oper geweint?
Als meine Frau Stella Doufexis den Octavian im «Rosenkavalier» von Richard Strauss in der fast schon legendären Inszenierung von Andreas Homoki an der Komischen Oper Berlin gesungen hat. Jedes Mal habe ich geweint, wenn sie sang: « ... und weiß von nichts als nur: Dich hab’ ich lieb.» Dies war und ist auch das einzige...
Frau Willis-Sørensen, glauben Sie an Wunder?
(lacht) O ja! Schauen Sie nach draußen, die Natur ist der beste Beweis dafür: Nach einem Winter kommt der Frühling. Und solche kleinen Wunder passieren täglich, sie helfen uns, nicht so hoffnungslos durch die Welt stolpern zu müssen.
Müssen die Wunder religiöser Natur sein, oder dürfen es auch einfach nur Wunder der...
Die sommerlichen Opernfestspiele in Heidenheim gehören zu den ältesten Festivals des Bundeslandes Baden-Württemberg, dümpelten aber jahrzehntelang recht glanzlos und ohne künstlerische Ausstrahlung vor sich hin – zuletzt unter dem wenig inspirierenden Schweizer Dirigenten Marco-Maria Canonica. Dem aus Heidenheim gebürtigen Marcus Bosch – damals Aachener, später...
