«Das letzte Wort hat die Musik»

Schon als Kind wünschte sich Händl Klaus nichts sehnlicher, als Libretti zu verfassen. Heute zählt er zu den Besten seines Fachs und arbeitet mit bedeutenden zeitgenössischen Komponisten zusammen, darunter Georg Friedrich Haas, Heinz Holliger, Beat Furrer und Arnulf Herrmann. Ein Gespräch über die Sprachstrukturen, monströse Romanvorlagen und die Frage, wie man sich in einer musikalischen Hexenküche zurechtfindet.

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Es ist eine der ältesten Opernfragen: «prima la parole?» Oder doch «prima la musica?» Die musikhistorische Wertung scheint da eine einfache Antwort zu kennen: Der Text einer Oper ist immer getreuer Diener von Frau Musica. Doch schon die inhaltlichen Handlungsvorgaben eines Musiktheaters rühren eben nicht so einfach aus dem Klingenden selbst, es bedarf hier schon kluger Textdisposition, die Musik zum Handlungsträger werden lässt. Eine Portion Bescheidenheit muss ein Librettist aber mit sich bringen, denn er wird in der Regel immer erst an zweiter Stelle genannt.

Eine solche Tugend hat der Autor und Filme­macher Händl Klaus ohne Zweifel. Das Verfassen von Libretti ist bei ihm keine Nebensache. Denn das ursprüngliche Schreiben fürs Sprechtheater hat er nahezu aufgegeben und mittlerweile zwölf Texte für unterschiedliche Komponisten verfasst. Und dies mit der größtmöglichen Leidenschaft

Lieber Händl Klaus, beinahe jedem Anfang wohnt bekanntermaßen ein Zauber inne. Wie war es bei Ihnen?
Am Anfang stand das Spielen, Spielenwollen. Ich sah als Kind von zehn Jahren eine Vorstellung des «Liliom» am Tiroler Landestheater und war von diesem Mensch-Sein auf offener Bühne überwältigt. Damals ...

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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Händl Klaus, Seite 54
von Bernd Künzig

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