Es ist möglich!
Der Kölner Opernskandal wurde in der Pandemie zum Glücksfall. Weil die Renovierung der Oper im Tempo des Berliner Flughafenbaus verläuft, spielt das Musiktheater weiter in der Ausweichspielstätte, dem Staatenhaus. Dort gibt es genug Platz, um trotz Abstandsgeboten ein romantisch besetztes Orchester in voller Stärke spielen zu lassen. So konnte die Kölner Oper punkten – virtuell mit ausgezeichneten Streams und schließlich sogar wieder vor Publikum. Umso seltsamer scheint es, dass der Vertrag der Intendantin Birgit Meyer aus undurchsichtigen Gründen nicht verlängert wurde.
Wenn Kungeln, Mauscheln und Intrigieren olympische Disziplinen wären, hätten die Kölner Stadtoberen große Medaillenchancen.
Opern funktionieren gut als Filmaufzeichnungen. Sonst gäbe es nicht so viele DVDs und Blu-Rays auf dem Markt. Das war während der Pandemie ein Vorteil, zumal die kostenlose Plattform operavision.eu sich als Fundgrube für Raritäten und interessante Projekte erwies. Die Musiktheater zeigten sich in digitalen Formaten zum Teil deutlich flexibler und moderner als manches Schauspiel, das sonst stolz auf seine Zeitnähe ist.
Kürzere Onlineformate wurden ausprobiert. Das Musiktheater im Revier ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 108
von Stefan Keim («WDR», «Deutschlandfunk», Wetter)
Beginnen wir mit einem Zitat von Carolin Emcke, aus deren Pandemie-Tagebuch: «Wenn wir jetzt nicht nachweisen, was wir können, wenn wir jetzt nicht begründen, warum es uns, die wir Geschichten erzählen, fiktive oder nicht-fiktive, die wir die Wirklichkeit verwandeln oder beschreiben, die wir Trost spenden oder Wissen vermitteln, die wir Wörter oder Konzepte wiegen...
Das Gras auf der Wiese steht hoch. Ein Storchenpaar überfliegt die menschenleere Straße. Nichts erinnert daran, dass hier in Bottmingen, der finanzkräftigsten Gemeinde des Kantons Basel-Land, an diesem Abend eine Opernvorstellung stattfindet, wären da nicht die Klavierklänge, die sich gelegentlich in das Vogelzwitschern mischen. Das Opernstudio des Theaters Basel...
Im Jahrbuch 2020 wurde eine von Mezzo J’Nai Bridges moderierte Diskussion zum Thema Rassismus in der Oper abgedruckt. Über dieses wichtige Thema ist viel gesprochen worden seither – wer trotzdem noch Belege braucht, kann sich auf einer der vielen neuen Plattformen umschauen, etwa dem Instagram-Account @operaisracist. Vieles klingt bekannt in den anonymisierten...
