Das Leben selbst

Stockhausen: Montag aus Licht PARIS | PHILHARMONIE

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In der ersten Pause dieses fünfstündigen Abends suchen einige Besucher das Weite. Das ist durchaus verständlich, vor allem, wenn man ganz unvorbereitet in die Aufführung geht: Eine Frau sitzt auf einem Leuchtturm und gebiert ein Kind. Und später noch eines. Davor betreten Heinzelmännchen und andere seltsame Gestalten die Bühne, singen und bewegen sich eigenwillig. Ferner gibt es eine flötende Rattenfängerin, die Teile der riesigen Kinderchöre entführen will, was ihr aber nicht recht gelingt.

Und ganz am Ende wundert sich ein kleiner Junge: «Was, das Publikum ist immer noch da?»

Willkommen im Kosmos Stockhausen, der mit dem «Montag aus Licht» eine Mischung aus Instrumentaltheater und Choroper schuf, inhaltlich vor allem Geburt und Fruchtbarkeit behandelt und seinen damaligen Lebensfrauen, der Flötistin Kathinka Pasveer und der Bassetthorn-Spielerin Suzanne Stephens, höchst Individuell-Intimes in ihre Instrumente schrieb. Wie wohl kein anderer Teil des «Licht»-Zyklus ist der «Montag» eine Hommage an Stockhausens Geliebte, aber auch an alle Frauen – und bisweilen bewusst etwas statisch.

Das Tohuwabohu um Geburten, den (eher mild) sinistren Luzifer und einen Haufen sagenhafter Figuren ...

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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Panorama, Seite 54
von Jörn Florian Fuchs

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