Schöner Schmarrn

Pfiffige Inszenierung, opulente Ausstattung: Das Theater Magdeburg wirft bei Nico Dostals «Clivia» alles in die Waagschale, ohne das Stück retten zu können

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Ein großartiges Ensemble, eine pfiffige Inszenierung, schrille Kostüme, eine knallbunte Ausstattung – aber leider ein recht schwachbrüstiges Stück. Allerdings weitaus besser als das, was rund 100 Demonstranten zur gleichen Zeit vor dem Magdeburger Opernhaus aufführen. Man protestierte dort, wie den gedruckten Spruchbändern zu entnehmen war, gegen ein noch nicht gespieltes Theaterstück (nämlich Kevin Rittbergers «3 Minuten»), forderte «Schluss mit der Politik gegen das eigene Volk» und «Magdeburg, wach auf!».

Die Aktion bezog sich auf den Terrorakt vom Dezember letzten Jahres, als sechs Menschen getötet und 300 verletzt wurden. Seitdem kommt die Stadt nicht zur Ruhe. Zum Gedenken an die Opfer gab es Trauergottesdienste, Menschenketten, aber auch eine von der AfD instrumentalisierte Kundgebung. Rittbergers «3 Minuten» (so lange dauerte der Anschlag) thematisiert die Hintergründe und Folgen. Die Uraufführung ist für Mai anberaumt.

Dass die Demonstration am 9. November stattfand, war genauso wenig ein Zufall wie die Premierenterminierung von Nico Dostals «Clivia». Am selben Wochenende versammelte sich in Halle außerdem eine rechte Pseudo-Elite zur Büchermesse «Seitenwechsel», ...

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Opernwelt Januar 2026
Rubrik: Im Focus, Seite 20
von Volker Tarnow

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