Das klinget so herrlich
Vor einem Jahr war eben mein Buch über die digitale Revolution und über die Chancen und Risiken für die Kunst im Internet erschienen («World Wide Wunderkammer», Edition Körber). Vorschlag: das Internet nicht dem Unsinnigen und Hassenswerten zu überlassen, sondern es zu nutzen zur Ermöglichung ästhetischer Erfahrung, auch des Musiktheaters, und vielleicht einfallsreicher als bisher.
Dann kam der Lockdown, es begann das Streaming ohne Ende, manchmal auch ohne Sinn und Verstand, und ich musste gefühlt hundert Mal die Frage beantworten, ob das digitale Abbild denn nun das analoge Original ersetzen solle. Natürlich nicht! Tausend oder mehr Menschen im Saal, während hundert oder mehr da vorne Kunst machen: Man sollte das als eine zivilisatorische Errungenschaft hochschätzen. Aber denen, die nicht dabei waren, einen Eindruck zu vermitteln, was da war; oder noch einmal zurückschauen zu können, den Vergleich zu ermöglichen; oder auch: die filmische Umsetzung selbst als Kunst zu erkennen – das sind doch ein paar gute Gründe für Streaming (mit Sinn und Verstand).
Ich habe im letzten Jahr manches Schöne auch auf dem Sofa zu Hause gesehen, das «analog» so nicht möglich gewesen wäre; ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Umfrage Kritikerstatements, Seite 118
von Holger Noltze (Köln)
Träumer waren sie, auf die eine und andere Art, beide. Doch nicht im naiven oder sentimentalischen Sinne. Ihre Ausflüge in die Welt des Un(ter)bewussten gingen darüber weit hinaus, sie trugen das Gepräge des Existenziellen, weil ihr Ziel darin bestand, die tiefere Bedeutung der Traumwelt zu erkunden. Dies vor allem sowie die große Lust, die Sphäre der Realität...
Sie waren beispiellos flexibel, unsere Opernhäuser in der Saison 20/21! Mit immer neu ausgetüftelten Distanzmodi im Zuschauerraum. Auf der Bühne wird mit Metermaß die Abstandeinhaltung geprüft. Chöre und Orchester singen und spielen, per Glasfaser zugeleitet, aus Probenräumen, so etwa im Züricher «Boris Godunow». Reduzierte Fassungen erlauben faszinierend neue...
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