In anderen Welten
Träumer waren sie, auf die eine und andere Art, beide. Doch nicht im naiven oder sentimentalischen Sinne. Ihre Ausflüge in die Welt des Un(ter)bewussten gingen darüber weit hinaus, sie trugen das Gepräge des Existenziellen, weil ihr Ziel darin bestand, die tiefere Bedeutung der Traumwelt zu erkunden. Dies vor allem sowie die große Lust, die Sphäre der Realität gleichsam zu überschreiten, war es, was Bohuslav Martinů und Georges Neveux zusammenbrachte.
Obschon: Die politischen Zeitläufte und der Einfluss Fortunas gaben das ihrige hinzu, um ein festes Band zwischen dem tschechischen Komponisten und dem französischen Dramatiker zu knüpfen.
Trafen sich also zwei, um gemeinsam Bleibendes zu schaffen. Hier der nostalgische Klassizist, romantische Spätzügler und Universalist, geboren als Sohn eines Schusters (der zugleich Glöckner und Brandwächter war), in einer Kleinstadt an der böhmisch-mährischen Grenze. Ein Mann von hoher, schlanker Statur, mit ausdrucksvollen blauen Augen, edler Nase und hoher Stirn, dessen (im reifen Alter geprägter) Wahlspruch sein Wesen deutlich genug charakterisiert: «L’ horreur de l’insistance». Mochten sich andere in den Vordergrund drängen und/oder lautstark ...
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Opernwelt Jahrbuch 2021
Rubrik: Traumpaare, Seite 76
von Jürgen Otten
Eine Opernsaison, die mit «7 Deaths of Maria Callas» beginnt , aber schon nach einem Monat endet, kurz nachdem man Mussorgskys «Boris» in Zürich erlebt hat: Chor und Orchester ins Opernhaus übertragen, die Solisten live auf der Bühne, was in der Regie von Barrie Kosky, bei dem alles in einer Bibliothek mit wandelnden Bücherregalen spielt, kühn gelingt. Wenig später...
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In der Sport-Sprache heißt es gerne «Nach dem Spiel ist vor dem Spiel»: Die nächste Herausforderung wartet schon. Für den Theater- und Konzertbetrieb gilt Ähnliches: Jede noch so gelungene Premiere ist auch eine Art quasi finaler Momentaufnahme eines längeren Arbeitsprozesses, dessen Ergebnisse sich in der Folgezeit bewähren sollen. Insofern setzt sie alles andere...
